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160 PS vollelektrisch: TADUS T16.20 E-Traktor kommt auf den Markt

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Der junge bayerische Traktorenhersteller TADUS GmbH bringt den vollelektrischen Traktor TADUS T16.20 auf den Markt. Die Vorstellung des seriennahen Prototypen erfolgte Ende September 2026 in der Nähe von Garching an der Alz. Den von Grund auf neu entwickelten Elektrotraktor T16.20 hat TADUS in weniger als fünf Jahren realisiert und bis zur Vorserienreife gebracht.

Der neue TADUS T16.20 E-Traktor bietet eine Dauerleistung von 80/110 kW/PS sowie eine Maximalleistung von 120/160 kW/PS.
Die Batterie des TADUS T16.20 Elektrotraktors ist quer unterhalb der Kabine angeordnet und verfügt über eine Kapazität von 196 kWh. Je nach Auslastung des Schleppers sind so mit einer Batterieladung Einsatzzeiten von vier bis acht Stunden möglich.
Geladen wird die Batterie des des TADUS T16.20 per Wechselstrom (22 kW) in circa 6 Stunden von 20 auf 80 % oder per Gleichstrom (120 kW) in etwa 1,5 bis 2 Stunden von 20 auf 80 %. Bidirektionales Laden ist möglich.
Für die Dreipunkt-Hydraulik im Heck des T16.20 nennt TADUS eine maximale Hubkraft von 5 t. Die Zapfwelle dreht stufenlos von 0 bis 1.000 U/min in beide Richtungen. Für die Bedienung von Kraftheber, Hydraulik und Zapfwelle gibt es Bedienelemente an beiden Heckkotflügeln.
Die gefederte Vorderachse des TADUS T16.20 stammt von Carraro und wird über einen eigenen Elektromotor angetrieben. Der Frontkraftheber stemmt nach Herstellerangaben maximal 3.000 kg.
Die gefederte Kabine für den T16.20 kauft TADUS bei Claas. Sie bietet alle Komfortmerkmale eines Traktors der Premium-Klasse.

Alternative Antriebe für Traktoren sind seit Jahrzehnten ein immer wieder aufflammendes Thema. In jüngster Zeit geht der Trend hier eindeutig in Richtung Elektroantrieb als Alternative zum klassischen Dieselmotor. Die von großen Konzernen bislang vorgestellten Elektrotraktor-Konzepte können allerdings nicht restlos überzeugen. Sie nehmen zu sehr darauf Rücksicht, dass sie, was die Produktion und die Verwendung möglichst vieler Gleichteile anbelangt, optimal in das Konzern-Portfolio passen. Hier ist eine Analogie zur Automobilindustrie deutlich erkennbar: Ein nicht ausschließlich für den E-Antrieb konzipiertes Fahrzeug ist und bleibt ein Kompromiss. Als weiteres Problem kommt hinzu, dass die bislang gezeigten E-Traktoren in einer Leistungs- und Größenklasse angesiedelt sind, die sie eher für den Einsatz in Gewächshäusern und im Kommunalbereich geeignet erscheinen lässt, denn als ernsthafte Diesel-Alternative für landwirtschaftliche Betriebe.

Die 2021 von Johanna Baier und Dr. Thaddäus Baier gegründete, im oberbayerischen Schnaitsee ansässige, TADUS GmbH verfolgt einen völlig anderen Ansatz: Dr. Thaddäus Baier konstruierte mit dem T16.20 einen Traktor, der konsequent für den elektrischen Antrieb ausgelegt ist. Das betrifft insbesondere den Antriebsstrang des T16.20, für den TADUS eine Dauerleistung von 80/110 kW/PS sowie eine Maximalleistung von 120/160 kW/PS nennt: Um den für Elektromotoren typischen hohen Wirkungsgrad optimal nutzen zu können, verfügt der TADUS E-Traktor über einen dezentralen Antriebsstrang mit bis zu fünf Elektromotoren, die Verbraucher (weitestgehend) direkt antreiben. So gibt es kein verlustbehaftetes hydrostatisch-mechanisch-leistungsverzweigtes Getriebe, um den von 0 bis 40 km/h vorwärts respektive 0 bis 20 km/h rückwärts stufenlosen Fahrantrieb zu realisieren. Ein Elektromotor treibt die Hinterachse mit einem Fahrbereich und einem zusätzlichen Untersetzungsgang für besonders schwere Zugarbeiten direkt an. Ebenso fehlt das Verteilergetriebe zur Vorderachse – übrigens eine gefederte Achse von Carraro –, denn die Vorderachse wird über einen eigenen Elektromotor angetrieben. Der so realisierte variable Allradantrieb ist nicht nur besonders effizient sondern sorgt nebenbei auch für geringeren Reifenabrieb auf der Straße und eine erhöhte Schonung von Boden und Grasnarbe bei Kurvenfahrten oder engen Wendemanövern. Ebenfalls über jeweils einen eigenen E-Motor werden die Heck- und die optionale Frontzapfwelle angetrieben. Beide verfügen über eine stufenlose einstellbare Drehzahl von 0 bis 1.000 U/min und können sowohl links als auch rechts drehen; eine Weg-Zapfwelle ist ebenfalls möglich. Was für Fahrantrieb und Zapfwellen gilt, trifft natürlich auch auf die Hydraulik zu, deren Axialkolbenpumpe über einen weiteren Elektromotor angetrieben wird. Um die Effizienz der Hydraulik weiter zu steigern, verfügt diese über das sogenannte e-LS-System bei dem die benötigte Hydraulikleistung elektronisch erfasst und die Pumpe entsprechend des Bedarfs geregelt wird.

Die fünf unabhängigen E-Motoren des TADUS T16.20 laufen nur dann, wenn sie benötigt werden. Das erhöht die Effizienz des Schleppers ebenso, wie die Möglichkeit zur Rekuperation, also der Rückgewinnung elektrischer Energie beim Abbremsen des Schleppers, und die Verwendung einer Wärmepumpe, die die Abwärme der elektrischen Verbraucher nutzt, um die Kabine zu beheizen und bei niedrigen Temperaturen für eine optimale Temperierung der Lithium-Ionen-Batterie zu sorgen. Letztere verfügt nach Herstellerangaben über eine Kapazität von 196 kWh. Je nach Auslastung des Traktors sind laut TADUS mit einer Batterieladung Einsatzzeiten von vier bis acht Stunden möglich, bei mittlerer Auslastung sechs Stunden. Sind längere Einsatzzeiten ohne Nachladen erforderlich, besteht die Möglichkeit, die unterhalb der Kabine quer angeordnete Batterie dank eines Schnellwechselsystems innerhalb weniger Minuten zu tauschen. Der Batteriepack wird dazu auf der rechten Seite des Batteriefaches mit einem Stapler herausgezogen beziehungsweise eingeschoben. Geladen wird die Batterie per Wechselstrom (22 kW) in circa 6 Stunden von 20 auf 80 % oder per Gleichstrom (120 kW) in etwa 1,5 bis 2 Stunden von 20 auf 80 %. Die Batterie unterstützt bidirektionales Laden, so dass der TADUS T16.20 am Hof als Stromspeicher in ein Energiemanagement-System eingebunden und so elektrische Energie für andere Verbraucher bereitstellen kann.

TADUS hat den T16.20 grundsätzlich so ausgelegt, dass er wie ein herkömmlicher Traktor eingesetzt werden kann, ohne dass zusätzlich zum Schlepper auch noch passende Anbaugeräte gekauft werden müssen. Auch wenn es möglich ist, den Elektrotraktor in Front und Heck jeweils mit Stromsteckdosen für externe elektrische Verbraucher auszustatten, kann er mit den auf dem Hof vorhandenen Geräten verwendet werden. Wie bereits erwähnt, verfügt er über Zapfwellen und die Load-Sensing-Hydraulik stellt für Anbaugeräte nach Herstellerangaben bei einem Betriebsdruck von 200 bar einen Volumenstrom von 125 l/min (optional 100 l/min) bereit. Im Heck gibt es drei doppeltwirkende Hydraulik-Steuergeräte sowie einen drucklosen Rücklauf, zwei doppeltwirkende Hydraulik-Steuergeräte in der Front und weitere Hydraulikausstattungen auf Anfrage sind optional verfügbar. Die maximale Hubkraft des Heckkrafthebers beziffert TADUS mit 5.000 kg, die des Frontkrafthebers mit 3.000 kg. Wahlweise kann der T16.20 mit einem Frontlader ausgestattet werden. Das Leergewicht beziffert TADUS abhängig von der Ausstattung übrigens mit 7.900 kg – wovon etwa 1.300 kg auf die Batterie entfallen –, das maximal zulässige Gesamtgewicht mit 11.000 kg.

Der TADUS T16.20 ist ohne Zweifel ein im Premium-Segment angesiedelter Schlepper. Dazu passt die Ausstattung mit einer komfortablen, gefederten Panorama-Kabine, die TADUS übrigens von Claas bezieht. Sie bietet alle Annehmlichkeiten, die von einem Traktor in diesem Segment erwartet werden. Dazu zählen unter anderem eine Klimaautomatik inklusive Kühlfach unter dem Sozius, ein Bluetooth-Radio mit Freisprecheinrichtung, ein Ladeanschluss für das Mobiltelefon, ein luftgefederter Komfortsitz sowie ein verstellbares Lenkrad. Die Bedienung des TADUS T16.20 orientiert sich an der konventioneller Traktoren, insbesondere die der Fahrfunktionen – der Umstieg auf den E-Traktor soll damit leichter fallen. Demnach werden Einstellungen über Monitore vorgenommen, die auch zur Überwachung der Betriebsparameter dienen und es gibt einen Joystick an der Bedienarmlehne zur Bedienung der Hydraulikfunktionen. Bedienelemente für Kraftheber, Hydraulik und Zapfwelle gibt es zudem an beiden Heckkotflügeln. Eine Ausstattung mit GPS-Spurführungs- und Lenksystemen ist selbstverständlich möglich.

Mit der Vorstellung des T16.20 im September startet TADUS die Vermarktung des in Schnaitsee in Einzelmontage produzierten E-Traktors. Ebenso wie die Produktion erfolgen auch Vertrieb und Service direkt durch die TADUS GmbH. Aktuell ist nach Unternehmensangaben geplant, eine Vorserie von zehn Traktoren innerhalb der nächsten eineinhalb Jahre an Pionierkundschaft auszuliefern.

Bleibt die Frage, für wen sich die Anschaffung eines TADUS T16.20 rentiert. TADUS nennt für das Vorserien-Modell einen Preis von etwa 300.000 Euro (zuzüglich Mehrwertsteuer) und rechnet vor, dass sich der Mehrpreis von 100.000 Euro gegenüber einem vergleichbaren, konventionellen Schlepper alleine durch die Einsparungen bei den Treibstoffkosten bei einer jährlichen Einsatzdauer von 500 Betriebsstunden innerhalb von zehn Jahren rechnet. Das ist selbstverständlich eine Angabe, die auf den aktuellen Preisen für Diesel und Strom basiert. Wer auf dem Hof selbst Strom, etwa aus Sonne, Wind oder Biogas, produziert, kann natürlich größere Einsparungen generieren. Nicht berücksichtigt sind in dieser überschlagsmäßigen Rechnung finanzielle Vorteile, die sich daraus ergeben können, wenn der TADUS T16.20 als stationärer Stromspeicher in ein Energiemanagement-System eingebunden wird. Selbst produzierter Strom kann dann auch für Haus und Hof gespeichert werden, zudem können so auch flexible Stromtarife für stationäre Verbraucher genutzt werden – unabhängig davon, ob eigener Strom produziert wird. Besonders interessant dürfte ein TADUS T16.20 für alle sein, für deren PV-Anlage in absehbarer Zeit die garantierte Einspeisevergütung wegfällt oder bereits weggefallen ist: Ehe man den PV-Strom dem Netzbetreiber quasi schenkt, kann man ihn sinnvoll für den Betrieb des Traktors oder, wenn der T16.20 als Stromspeicher fungiert, am eigenen Hof verwenden.
Natürlich muss der TADUS T16.20 auch in den Betrieb passen. TADUS selbst sieht den T16.20 als Schlepper für mittelschwere Aufgaben, wie sie typischerweise bei vielen Arbeiten in Grünlandbetrieben oder bei Pflanzenschutz- und Pflegemaßnahmen vorkommen sowie für Frontladerarbeiten, prädestiniert und weniger für die Bodenbearbeitung. Nicht dass mit dem T16.20 nicht auch gepflügt werden könnte, die Batterie-Reichweite wird nur stark reduziert, wenn der E-Traktor dauerhaft unter Volllast fährt...

Quelle: ltm-KE, Bilder: ltm-ME (www.tadus.com)

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