Anzeige:
 
Anzeige:

Leipziger Forscher*Innen präsentieren Modellierungsergebnisse einer optimalen Biomassenutzung in der Energiewende

Info_Box

Artikel eingestellt am:
18.5.2023, 7:30

Quelle:
DBFZ Deutsches Biomasseforschungszentrum gemeinnützige GmbH
www.dbfz.de

1 Bild zum Artikel:
Bildklick blendet Galerie ein.
Anzeige:
Anzeige:

Was ist die optimale Rolle der begrenzt verfügbaren Biomasse in der nationalen Energiewende und was sind die vorrangigen Zielmärkte für Bioenergieträger? Diesen Fragen ging ein Forscher*Innen-Team des Deutschen Biomasseforschungszentrums (DBFZ) sowie des Helmholtz-Zentrums für Umweltforschung (UFZ) im erfolgreich abgeschlossenen Forschungsvorhaben „SoBio – Szenarien einer optimalen energetischen Biomassenutzung bis 2030 und bis 2050“ nach.

Bioenergie leistet einen wesentlichen Beitrag zur Deckung der Energiebedarfe im Verkehrs-, Wärme- und Stromsektor und stellt im Einklang mit bestehenden erneuerbaren und fossilen Energieträgern auch zukünftig eine relevante Option zur Energieversorgung in verschiedenen Sektoren dar. Im gemeinsam mit dem Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung (UFZ) realisierten Vorhaben „SoBio“ wurden vom Leipziger Forschungsteam erstmals insgesamt 111 verschiedene Bioenergieoptionen sehr detailliert in Szenarien modelliert. Bioenergieoptionen wurden hierbei zur Deckung der Residuallast und zum Ausgleich der fluktuierenden erneuerbaren Energien in der Stromerzeugung betrachtet. Zusätzlich können Bioenergietechnologien im Wärmesektor zur Deckung des Energiebedarfs in den drei Sektoren Industrie (Nieder-, Mittel- und Hochtemperatur), Gebäude (private Haushalte, Gewerbe und Handel) sowie Fernwärme eingesetzt werden. Auch im Verkehrssektor dienen Biokraftstoffe in den sechs Teilsektoren Straßen-/Personenverkehr, Nutzfahrzeuge, Luftfahrt, Schiene, Binnenschiffe sowie Überseeschiffe als Erfüllungsoptionen.

„Die im Vorhaben erarbeiteten Modellierungsergebnisse haben gezeigt, dass die Biomasse ihren kostenoptimalen Nutzen insbesondere in solchen Sektoren hat, in denen eine direkte Elektrifizierung nicht oder nur eingeschränkt möglich ist. So bleibt Bioenergie für das Gelingen der Energiewende unverzichtbar, wenn nicht erhebliche Mehrkosten über die Produktion und den Import von Power-to-X-Energieträgern in Kauf genommen werden sollen“, so Dr. Kathleen Meisel, Wissenschaftlerin am DBFZ.

Laut dem verwendeten BENOPT-Modell wird im Wärmesektor die größte Biomassemenge in Form von Hackschnitzeln aus Holzreststoffen und Miscanthus für Hochtemperatur-Industrieanwendungen genutzt. Im Stromsektor ist der Einsatz von Biogas aus heimischen vergärbaren Rest- und Abfallstoffen oder Mais sowie geringere Mengen Altholz in Altholzheizkraftwerken zur flexiblen Bedarfsdeckung der Residuallast langfristig die kosteneffizienteste Option. Im Verkehrssektor sollte der Straßen- und Schienenverkehr kostenoptimal elektrifiziert werden. Langfristig wird Biomasse so als Biokerosin im Flugverkehr und als verflüssigtes Biomethan im Schiffsverkehr eingesetzt.

Die erarbeiteten Ergebnisse wurden in einem Abschluss-Workshop am 20. April mit insgesamt 292 Teilnehmenden eingeordnet und diskutiert. Die zugrundeliegenden Annahmen sowie die wesentlichen Ergebnisse und Schlussfolgerungen sind auf der Projektwebseite www.dbfz.de/sobio dargestellt.

Veröffentlicht von:



Mehr über Deutsches BiomasseForschungsZentrum auf landtechnikmagazin.de:

Fachveranstaltung in Leipzig: Rund 100 Expert*Innen diskutierten zu den Themen Feinstaub, Abscheider und Messverfahren [2.3.24]

Der jährliche Branchentreff zu den Themen „Partikelabscheider in häuslichen Feuerungen“ sowie „Staubmessverfahren in Kleinfeuerungsanlagen“ fand in Zusammenarbeit mit dem Technologie- und Förderzentrum Straubing (TFZ) am 7./8. Februar 2024 als Doppelveranstaltung [...]

Verbundprojekt „PülpeGas“ entwickelt Pilotanlage zur Vollverwertung von Weizenpülpe am Chemie- und Industriepark Zeitz [25.3.23]

Die energieintensive Industrie kann durch Synergien in Chemieparks große Wertschöpfungstiefen und Effizienzgewinne erzielen. Bioenergieanlagen sind im industriellen Umfeld bisher jedoch selten direkt in kontinuierliche Prozesse eingebunden. Im vom Bundesministerium für [...]

DBFZ startet Bau einer Pilotanlage zur Herstellung von „grünem Methan“ [14.6.22]

Seit 2018 wird das vom Bundesministerium für Digitales und Verkehr (BMDV) finanzierte Modellvorhaben „Pilot-SBG - Bioressourcen und Wasserstoff zu Methan als Kraftstoff“ am Deutschen Biomasseforschungszentrum (DBFZ) umgesetzt. Ziel des im Rahmen der Mobilitäts- und [...]
Weitere interessante Landtechnik-Berichte:

High-Speed Säen mit der neuen Kverneland Optima SX [25.2.18]

Um Arbeitsgeschwindigkeiten bei der Einzelkornablage von bis zu 18 km/h zu realisieren, entwickelte Kverneland die neue Optima SX High Speed Säreihe, die durch ein neu konzipiertes Säherz auch bei diesem Tempo ein hohe Ablagequalität bieten soll. Der Öffentlichkeit [...]

Neue gezogene Challenger Feldspritzen-Baureihe RoGator 300 [18.12.15]

Die neu vorgestellte gezogene Pflanzenschutzspritzen-Serie Challenger RoGator 300 besteht zunächst aus zwei Modellen: dem RG333 und dem RG344. Die Namen verweisen auf die beiden Tankkapazitäten von 3.300 und 4.400 l. Vieles ist anders bei Challenger – in diesem Fall [...]

Selbstfahrende Spritze Horsch Leeb PT 270 wird Leeb PT 280 [28.10.14]

Horsch stattet den Pflanzenschutz-Selbstfahrer Leeb PT 270 zum Modelljahrgang 2015 mit einem neuen Motor aus und ändert die Bezeichnung des Selbstfahrers in Leeb PT 280. Mit dem neuen Motor erhöht sich nach Unternehmensangaben auch die Geschwindigkeit bei Straßenfahrten [...]