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Hybrid-Antrieb im Traktor: John Deere an Forschungsprojekt beteiligt

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Artikel eingestellt am:
17.10.2010, 17:12

Quelle:
ltm-KE/David Gebauer

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In einem Forschungsprojekt lotet John Deere gemeinsam mit weiteren Partnern, unter anderem dem Lehrstuhl für Verbrennungskraftmaschinen der TU München, derzeit die Möglichkeiten des Einsatzes von Hybrid-Antrieben in landwirtschaftlichen Arbeitsmaschinen respektive Traktoren aus.

Bereits zu Agritechnica 2007 überraschte John Deere mit der Vorstellung der ersten Micro-Hybrid-Traktoren 7430 und 7530 E-Premium, bei welchen ein Kurbelwellen-Generator elektrische Energie erzeugt, die zum Antrieb von Nebenaggregaten wie Lüfterantrieb, Klima- und Druckluftkompressor verwendet und nicht zuletzt auch externen Verbrauchern als Antriebsenergie zur Verfügung gestellt wird. Ein Speichern überschüssiger oder beim Bremsvorgang zurück gewonnener Energie, die dann bei Bedarf, etwa unter Volllast oder beim Beschleunigen, als zusätzliche Leistung für den Fahrantrieb genutzt werden kann, ist derzeit beim John Deere E-Premium noch nicht möglich.

Diesen nächsten Schritt geht das aktuelle Forschungsprojekt „LIB-OFF-ROAD“ (Einsatz von Lithium-Ionen-Batterien in Off-Road-Nutzfahrzeugen zur Effektivitäts- und Autarkiesteigerung), das die Entwicklung eines Hybridkonzeptes für Off-Road-Nutzfahrzeuge mit elektrifiziertem Antriebsstrang und Li-Ionen-Batterien als Energiespeicher vorantreiben soll.

Dass gerade die Weiterentwicklung der Li-Ionen-Batterien für einen möglichen Einsatz von Hybrid-Antrieben in landwirtschaftlichen Nutzfahrzeugen von zentraler Bedeutung ist, wird klar, wenn man die Anforderungen an einen solchen Energiespeicher betrachtet: Im Gegensatz zum Automobilbereich kommt bei mobilen Arbeitsmaschinen zum Fahrantrieb noch der Antrieb von Anbaugeräten als Verbraucher hinzu. Und dieser hohe Energiebedarf ist bislang das größte Problem der Hybrid-Technik, da hierfür auch ein entsprechend großer Energiespeicher benötigt wird, gleichzeitig aber gerade bei Traktoren nur ein eingeschränkter Einbauraum zur Verfügung steht.
So wichtig die Weiterentwicklung des Energiespeichers für einen möglichen Einsatz von Hybrid-Antrieben in landwirtschaftlichen Arbeitsmaschinen ist, so interessant ist natürlich auch die Frage, welche Vorteile sich durch die Hybrid-Technik ergeben könnten. Untersucht werden deshalb im Forschungsprojekt auch die Auswirkungen eines solchen Hybrid-Antriebes auf Kraftstoffverbrauch und Emissionen anhand von Motorprüfstandsversuchen und im praktischen Einsatz anhand eines Versuchsträgers, der zusätzlich zu den von den John Deere E-Premium Traktoren bekannten elektrischen Komponenten mit einer entsprechenden Steuereinheit und einer Li-Ionen-Batterie ausgestattet ist.

Fachleute sehen die Hybrid-Technik durchaus als Möglichkeit, um zukünftig mobile Arbeitsmaschinen auch bei steigenden Energiepreisen wirtschaftlich betreiben und gleichzeitig strengere Abgasgesetzgebungen einhalten zu können.

Doch Vorsicht: Bis zur Serienreife solcher Hybrid-Antriebe in Landmaschinen wird vermutlich noch einige Zeit vergehen. Deshalb sei an dieser Stelle ausdrücklich darauf hingewiesen, dass es sich bei dem genannten Versuchsträger keinesfalls um den Prototypen einer neuen John Deere Traktoren-Serie handelt. John Deere selbst legt Wert auf die Feststellung, dass es sich bei den Versuchen um wissenschaftliche Projekte handelt und fügt hinzu: „An eine Serienproduktion ist in diesem Stadium nicht einmal zu denken...“

Tipp: Lesen Sie zu diesem Thema auch folgende Berichte hier auf landtechnikmagazin.de: „Agritechnica-Gold für neue E-Premium-Traktoren von John Deere“ und „Erste John Deere 7030 E Premium Serienmaschinen gehen an deutsche Kunden“.

Autor: Klaus Esterer

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