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Bärige Stimmung beim 6. Schlüter Feldtag in Hallbergmoos

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Artikel eingestellt am:
17.10.2017, 18:29

Quelle:
ltm-KE, ltm-ME

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Welche Faszination Schlüter Traktoren auch heute noch – mehr als 20 Jahre nach Einstellung ihrer Produktion – ausüben ist immer wieder erstaunlich. Einmal mehr erleben konnte man das am 16. und 17. September 2017 beim 6. Schlüter Feldtag des 1. Schlüter Club Freising e.V. auf dem Hausler-Hof in Hallbergmoos: Mehr als 10.000 Besucher pilgerten an beiden Tagen zur Veranstaltung, um die Schlüter Schlepper live im Einsatz zu erleben.

Im Jahr 2000 wurde der 1. Schlüter Club Freising e.V. gegründet. Gewissermaßen in Fortführung der traditionellen Schlüter Feldtage richten die Freisinger im vierjährigen Rhythmus ihre Feldvorführungen aus. Der Fokus dieser Veranstaltungen liegt eindeutig auf den jüngeren Baujahren und demnach auch auf den wirklich großen Schlüter-Traktoren. Maishäckseln und Bodenbearbeitung – das Städtische Gut Karlshof stellte hierfür 30 ha Fläche zur Verfügung – standen in diesem Jahr auf dem Programm, daneben gab es natürlich auch eine umfangreiche Ausstellung mit Schlüter Schleppern unterschiedlicher Baujahre. Insgesamt waren 470 Schlüter Traktoren vor Ort, davon konnten 100 im Feldeinsatz ihre Leistung unter Beweis stellen.

Absolutes Highlight bei den Vorführungen war zweifelsohne der legendäre Schlüter Profi Trac 5000 TVL im Einsatz mit einer 12 m breiten Horsch Joker 12 RT Kurzscheibenegge – die er mit seinen 500 PS Motorleistung aus 21 l Hubraum selbstverständlich mühelos über den abgeernteten Maisacker zog. Mehrere Euro Trac zeigten beim Maishäckseln mit Rückfahreinrichtung und verschiebbarem Ballastgewicht einerseits wie durchdacht dieses Schlepperkonzept angelegt war und andererseits, dass für eine schlagkräftige Maisernte nicht zwingend ein Selbstfahrhäcksler notwendig ist. Die Rückfahreinrichtung gab es natürlich nicht nur für den Euro Trac, so dass auch Traktoren der Baureihen Super und Super Trac mit dieser für den Häcksler-Einsatz vorteilhaften Ausstattung in Hallbergmoos zum Einsatz kamen. Dass es bei Traktoren in erster Linie auf die Leistung und weniger auf die Größe ankommt, zeigten wiederum einige Schlüter Compact sowohl beim Maishäckseln als auch bei der anschließenden Bodenbearbeitung. Insgesamt wurde – auch wenn auf Grund der Ausrichtung der Veranstaltung einige ältere Baujahre fehlten – bei den Feldvorführungen und auf dem Ausstellungsgelände das komplette Spektrum der Freisinger Produktion abgebildet, vom 13 PS starken ASL 130 bis zum 500-PS-Bolliden. Erwähnt werden sollten noch einige Besonderheiten, die es zu sehen gab: Neben einem Super Trac 2500 VL in Bundeswehr-Ausführung waren dies ein „Rheinbraun-Schlüter“ Super 3000 TVL, ein Profi Trac 2500 TVL im Einsatz mit einem Gassner 10-Schar-Drehpflug, ein Profi Trac 3000 TVL, der mit seinem 7-scharigen Pöttinger Servo Pflug leichtes Spiel hatte, ein Super 1500 V, Schlüters erster Schlepper mit 8-Zylinder-Motor, sowie ein Vertreter des einzigen Schmalspurschlepper-Modells von Schlüter. Darüber hinaus hatte ein seltener Li-Trac 300, mit dem Mali dereinst in die Fußstapfen Schlüters treten wollte, einen Gastauftritt auf dem Acker. Interessant ist, dass in Hallbergmoos keineswegs nur Sammlerstücke zu sehen waren, sondern doch überwiegend Traktoren die noch regelmäßig im landwirtschaftlichen Einsatz stehen und dafür teilweise auch mit GPS-Empfängern, ISOBUS-Terminals und sogar Lenksystemen für heutige Verhältnisse fit gemacht wurden. Die Fotos in der Bildergalerie zeigen einen kleinen Ausschnitt dessen, was am leider etwas verregneten Samstag in Hallbergmoos gezeigt wurde.

Veranstaltungen dieser Größenordnung sind ohne ein Wahnsinns-Engagement aller Beteiligten nicht zu realisieren. Neben all der Zeit, die die Organisation unbestritten kostet, wird dies auch an anderer Stelle offenkundig: So kommen die Fahrer beispielsweise selbst für den Sprit ihrer Traktoren auf; belohnt werden sie dafür vom Verein unter anderem mit Weihnachtsfeiern und Ausflügen. Einem Schlüter-Fan war seine Teilnahme so wichtig, dass er die etwa 1.000 km aus Bremen auf der eigenen Achse hinter sich brachte. Die Zusammenarbeit mit dem Hausler-Hof macht diese Schlüter-Treffen zu etwas ganz Besonderem: Neben einer bewährten, überdachten Gastronomie gibt es die Möglichkeit mit öffentlichen Verkehrsmitteln und einem extra eingerichteten Shuttle-Bus anzureisen.

Von uns noch ein Tipp: Wer es zeitlich einrichten kann, sollte den Schlüter Feldtag an beiden Tagen besuchen, denn an nur einem ist es praktisch unmöglich, alles zu entdecken, was es zu sehen gibt. Der Termin für den 7. Schlüter Feldtag in Hallbergmoos steht noch nicht genau fest, momentan soll dieses große Schlüter-Treffen 2021 stattfinden. Für das Jahr 2019 denkt der 1. Schlüter Club Freising e.V. über einen historischen Feldtag nach, bei dem Schlüter der Baujahre 1937 bis 1967 im Einsatz bei der Bodenbearbeitung gezeigt werden sollen. Informationen hierzu gibt es dann unter www.schlueter-club.de.

Autoren: Magdalena EstererKlaus Esterer

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