Die Anforderungen an einen effektiven Pflanzenschutz steigen: Wirkstoffe fallen weg, Kosten nehmen zu und Resistenzen gewinnen an Bedeutung. SpotSpraying und PatchSpraying bieten hierfür einen klaren Ansatz: richtig behandeln, wo es benötigt wird, statt flächig zu applizieren. Das kann den Bestand schonen und Ertragsdepressionen reduzieren.
Auch Horsch sieht im SpotSpraying großes Potenzial für die Zukunft. Beim Offline-Verfahren von Sam-Dimension ist das Kamerasystem nicht fest auf dem Gestänge verbaut, sondern der Bestand wird vor der Maßnahme beflogen. Die Auswertung erfolgt „offline“ über eine Edge-AI und Cloud-Server. So lassen sich große Datenmengen verarbeiten und die KI-Modelle stetig erweitern. Das Ergebnis sind laut Horsch robuste und präzise SpotSpraying Maps, inklusive einer Übersichtskarte aller Behandlungszonen und einer detaillierten Flächenangabe zur Berechnung der benötigten Spritzbrühe. Landwirt*Innen sehen damit schon vor der Maßnahme, wo behandelt wird und wie viel sie einsetzen.
Voraussetzung für SpotSpraying beziehungsweise PatchSpraying ist SectionControl, die automatische Teilbreitenschaltung auf der Spritze. Dabei können sowohl einzelne Spots als auch größere Patches behandelt werden. Die Umsetzung ist sowohl mit einer pneumatischen Düsenschaltung als auch mit PrecisionSpray möglich. Das Verfahren ist mit allen Horsch Pflanzenschutzspritzen durchführbar. Größtes Potenzial sehen die Partner derzeit in den klassischen Reihenkulturen wie Zuckerrübe, Mais und Soja. Gleichzeitig gewinnt das Thema auch in Getreidebeständen zunehmend an Bedeutung.
Die technische Vernetzung ist bereits geschaffen. Applikationskarten aus dem Sam-Portal können direkt über myHorsch auf die Horsch Terminals übertragen werden. Mit dem leistungsstarken Horsch EOS Terminal wurde nach Unternehmensangaben bereits in der Vergangenheit die Grundlage geschaffen, große Applikationskarten zu verarbeiten. Damit steht ein durchgängiger Workflow von der Kartenerstellung bis zur Anwendung auf der Maschine zur Verfügung.
Im Zuge dieser Kooperation werden Horsch und Sam-Dimension nach Unternehmensangaben die Technologie gemeinsam weiterentwickeln und die praktische Anwendung vorantreiben. Ziel sei es, das Potenzial von SpotSpraying möglichst schnell und einfach für landwirtschaftliche Betriebe nutzbar zu machen. Beide Häuser bleiben dabei nach Unternehmensangaben eigenständig, Maschinen und Applikationskarten herstelleroffen. Gleichzeitig arbeiten die Partner laut Horsch daran, die Technologie noch tiefer in die Maschinen zu integrieren.