Als führendes Kaufkriterium wird von den Praktikern sowohl bei den Schwadern als auch bei den Zettern der Preis genannt (siehe Grafik 1 in der Bildergalerie). Erst dahinter, aber noch mit hoher Wichtigkeit, rangieren die Entfernung zum Servicepartner, die eigene Erfahrung und die technische Ausstattung. Erstaunlicherweise scheint das Markenbewusstsein im Hinblick auf diese beiden Gerätegruppen weniger stark ausgeprägt zu sein. Dennoch erscheint in Bezug auf die Kaufentscheidung die Marke etwas wichtiger zu sein als die Erfahrung von Berufskollegen. Während die Praktiker beim Kauf offenbar sehr auf den Preis achten, legen sie im praktischen Einsatz in erster Linie Wert auf die Arbeitsqualität (siehe Grafik 2 in der Bildergalerie), direkt gefolgt von der Haltbarkeit (Lebensdauer/Stabilität). Letztere erscheint sogar wichtiger als die Flächenleistung und die Handhabung dieser Geräte. Kriterien, wie Wartungsaufwand und Leistungsbedarf, sind den Praktikern hier nicht so wichtig. Auch bezüglich der Rüstzeiten zeigt man sich wenig sensibel. Während der Kaufpreis womöglich verhandelbar ist, kann jeder Landwirt die Arbeitsqualität selbst auf eigener Fläche in Augenschein nehmen. Anders ist dies bei der Haltbarkeit. Hier gibt es kaum einen Hersteller, der seinen Kunden dazu entsprechende Angaben macht, leider, denn für alle Befragten wären solche Angaben wichtig oder gar sehr wichtig.
Ähnlich wie für Mähdrescher und Häcksler ist die Saison auch für Heuwerbegeräte überschaubar und umfasst häufig nur wenige Wochen im Jahr, in denen sich die Technik amortisieren muss. In kleineren Betrieben mit bis zu 100 ha werden die Schwader durchschnittlich 77 Stunden im Jahr und die Kreiselheuer circa 86 Stunden eingesetzt. Aber auch größere Betriebe nutzen ihre Schwader nach eigenen Angaben lediglich etwa 83 Stunden im Jahr und die Kreiselheuer rund 71 Stunden. Deutlich besser ausgelastet werden die beiden Gerätegruppen auf Betrieben mit über 500 ha. Hier fahren die Schwader circa 205 Stunden jährlich und die Kreiselheuer um die 300 Stunden.
Beim Verhältnis Transportzeit zu Feldeinsatzzeit sind keine signifikanten Unterschiede zwischen den verschiedenen Betriebsgrößen festzustellen. Wichtig für die Beanspruchung der Maschinen beim Straßentransport ist der Zusammenhang von gefahrener Geschwindigkeit und dem aktuellen jeweiligen Zustand der Fahrbahn. Während moderne Ackerschlepper aufgrund der Achsfederung sowie der Kabinen- und Sitzfederung auch schlechtere Strecken relativ gut wegstecken, könnte so manches Schlagloch für das angekoppelte Gerät zum Problem werden. Die gefahrene Geschwindigkeit, ob auf dem Feldweg oder in Arbeitsstellung auf der Wiese, hat natürlich einen Einfluss auf die Haltbarkeit, zumindest dann, wenn tatsächlich deutlich schneller gefahren wird, als dies der Hersteller empfiehlt. Die Befragung hat gezeigt, dass genau die Fahrer, die gerne mal etwas schneller unterwegs sind, auch öfters Probleme mit dem Fahrwerk haben. Es ist deshalb ratsam, die empfohlene Geschwindigkeit einzuhalten, und auch der Hersteller sollte die entsprechenden Angaben deutlich kenntlich machen.
Haltbarkeitsprobleme sind bei Schwadern und Zettern besonders bei älteren Baujahren keine Seltenheit. Besonders ärgerlich sind dabei die Schäden an Rahmen, Fahrwerk und Drehleistungsübertragungsteilen wie Gelenkwellen, Winkelgetriebe etc. (siehe Grafik 3 zu den Defekten an Schwadern und Grafik 4 zu den Defekten an Kreiselheuern in der Bildergalerie). Dies gilt umso mehr, wenn man bedenkt, dass drei Viertel der Betriebe die Wartung und Pflege regelmäßig durchführen (24 % wartet „unregelmäßig“) und Schwader und Zetter in aller Regel außerhalb der Saison im Maschinenschuppen untergebracht sind (92 %). Rund fünf Prozent der Geräte werden draußen abgedeckt aufbewahrt, einzelne auch der Witterung überlassen.
Mit dem Arbeitsaufwand für die Wartung sind 90 Prozent der Landwirte zufrieden. Sie beurteilen den Aufwand als sehr gering bis mittelmäßig. Nur für zehn Prozent der Landwirte ist der Wartungsaufwand groß. Wenn ein Schaden auftritt, wird dieser in zwei Dritteln der Fälle in Eigenregie beseitigt. Ob dies immer richtig ist, gerade wenn es um Tragelemente, Rahmen oder Fahrwerke geht, lässt Platz für Diskussionen. Wenn der Landwirt nicht selbst repariert, nutzt er für Reparaturen gerne den Landmaschinenhändler (14 %). Der Kundendienst des jeweiligen Herstellers (9,6 %) und die freien Werkstätten (4,8 %) werden dagegen seltener angefragt.
Wie die Umfrage weiter zeigt, hat es in den ersten fünf Jahren bei zehn Prozent aller Schwader und bei acht Prozent aller Zetter Probleme bei der Haltbarkeit gegeben. Wenn derartige Schäden noch in der Garantiezeit auftreten, sollte man annehmen, dass die fälligen Reparaturen ganz übernommen werden. In der Realität stellt sich dies deutlich anders dar: Bei Schwadern wurden laut der Befragung nur in 42 Prozent der Fälle und bei Zettern bei etwa 37 Prozent alle Kosten übernommen. Bei 16 Prozent bzw. 25 Prozent der Fälle griff die Garantie nicht. In allen übrigen Fällen wurden die Reparaturkosten nur teilweise übernommen. Nach Ablauf der Garantie wurde immerhin noch bei zehn Prozent der Landwirte ein Schadensfall übernommen. Bei weiteren 15 Prozent konnte man sich auf eine teilweise Übernahme der Reparaturkosten einigen. Diese unglückliche Situation spiegelt sich auch im geringen Zufriedenheitsgrad der Landwirte mit der Schadensabwicklung wider. Nur knapp die Hälfte der Kunden war im Schadensfall mit der Abwicklung zufrieden.
Beim DLG-Praxis-Monitor befragt die DLG regelmäßig führende Landwirte aus ihrem Mitgliederkreis zu landtechnischen Fragestellungen. Interessenten erhalten weitere Informationen zum Praxis-Monitor Zetter & Schwader bei der DLG. Ansprechpartner ist Roland Hörner, Tel. 069/24788-337, eMail r.hoerner[at]dlg[punkt]org.