Das Komplettstallsystem „Nahenull-Emissionsstall” der AGSG GmbH verbindet die Vorteile bekannter Verfahren aus Dänemark und Deutschland und kommt zum Beispiel ohne Zwischendecken aus. In Verbindung mit einer aktiven Güllekühlung sowie einer Schieberentmistung im Güllekeller führt dies zu einer nachhaltigen Verbesserung des Klimas im Stall. Die abluftseitige Luftwäsche sorgt zudem für emissionsarme Bedingungen außerhalb des Stalles. Ein erhöhtes Platz- sowie Rauhfutterangebot für die Sauen im Stall sind ergänzende Elemente zur Verbesserung des Tierwohls. Der noch im Bau befindliche Stall ist bereits zum DLG-SignumTest angemeldet. Der Hersteller stellt sich somit auch einer neutralen und unabhängigen Prüfung. Das Gesamtkonzept hat bereits einige Praktiker überzeugt und muss nun zeigen, ob es dazu beitragen kann, die Wettbewerbsfähigkeit und die Zukunft der Schweinehaltung in Deutschland zu stärken.
Die auf der EuroTier 2012 viel beachtete Konzeptstudie „Schweinestall 2030“ der Big Dutchman Pig Equipment GmbH ist für eine 60er-Sauengruppe ausgelegt. Daniel Holling, Leiter der Konzeptstudie bei Big Dutchman, führte die Gruppe in einen bereits existierenden Versuchsstall und erläuterte die einzelnen Elemente dieses Sauenstalls. Zentrales Element ist die in jedem Produktionsabschnitt freie Bewegung von Sauen und Ferkeln im Stall. Mittlerweile konnte man bereits einige Erfahrungen sammeln und hat das System nach jedem Durchgang weiter optimiert. Eine Serienproduktion ist zum jetzigen Zeitpunkt zwar noch nicht möglich, aber die gemachten Erfahrungen fließen in die Optimierung der Aufstallungssysteme von Big Dutchman ein.
Der Vorsitzende des DLG-Ausschusses, Dr. Jörg Bauer aus Edertal (Nordhessen), lobte die Initiative der beiden Unternehmen und ermunterte sie, hier weiter Know-how zu investieren. In der Abschlussbesprechung regte das Gremium an, die beiden Systeme im Rahmen einer öffentlichen Ausschusssitzung zur DLG-Wintertagung einem breiteren Publikum vorzustellen und die Vor- und Nachteile einmal zu diskutieren.