Angesichts des laut Schätzung der Weltbank zu erwartenden Anstiegs der Weltbevölkerung von 7,0 Milliarden Menschen auf 8,9 Milliarden bis 2050 muss die Lebensmittelproduktion und damit die Produktivität in der Landwirtschaft gesteigert werden, um den zunehmenden Bedarf zu decken. „Professionelle Landmaschinen sind eine wesentliche Voraussetzung, wenn es darum geht, die Ernteerträge in den kommenden Jahren zu steigern. Die Schlüsselrolle bei der Produktivitätssteigerung wird dabei der Technologie zufallen. Aus diesem Grund sehen wir beträchtliche Chancen für unsere Traktoren und Landmaschinen, die dazu beitragen können, höhere Ernteerträge in Regionen wie etwa Osteuropa, Brasilien, Russland, China und Afrika zu erzielen“, erklärte Herr Mühlhäuser.
Treibende Kraft ist hierbei, so AGCO, die fortschreitende Mechanisierung in Ländern, die zwar über riesige Flächen von Ackerland verfügen, die aber immer noch mit ineffizienten und veralteten Traktoren und Landmaschinen bearbeitet werden. Ein Kontinent wie Afrika besitze ein erhebliches Wachstumspotenzial in der Landwirtschaft, denn mit einer Bevölkerung von mehr als einer Milliarde Menschen – was über 20 % der Weltbevölkerung entspräche – verfüge er über nur 11 % des Ackerlandes der Welt, wovon auch noch 86 % brach lägen. Derzeit beträgt, so AGCO, sein Bevölkerungswachstum zwei Prozent pro Jahr, was die höchste Wachstumsrate weltweit darstellt. Um den Mangel an Infrastruktur, Mechanisierung und Technik, der auf diesem Kontinent herrscht, auszugleichen, bedarf es laut AGCO einer marktorientierten Zusammenarbeit zwischen den Landwirten, der privaten Industrie und den Regierungen.
Dank mehr als 50 Jahren Erfahrung in Afrika durch seine Traktormarke Massey Ferguson könne AGCO sich in seinen Bemühungen, die Arbeitsmethoden in der Landwirtschaft zu verbessern, bereits auf Allianzen mit Regierungen, ausländischen Investoren und Spendern stützen. AGCO plant nach eigenen Angaben, die Entwicklung von Musterfarmen und Ausbildungszentren in Sambia, Äthiopien, Marokko, Libyen, Algerien und Südafrika zu finanzieren, um so Landwirte und Vertriebshändler vor Ort in der neuen Landtechnik schulen zu können. Herr Mühlhäuser führte weiter aus: „Die Lösung für die Landwirtschaft Afrikas besteht darin, einen systematischen Ansatz zu entwickeln, damit eine strategische Partnerschaft zur Produktion von Lebensmitteln entstehen kann, um die wachsende Bevölkerung umweltfreundlich und in wirtschaftlich und sozial verantwortlicher Weise zu ernähren. Dies ist zwar eine gigantische Herausforderung, sie bietet aber auch riesige und realistische Möglichkeiten. Mit den größten Nutzen aus der landwirtschaftlichen Entwicklung ziehen die Landwirte, denen auch die Schlüsselrolle bei dieser Lösung zufällt.“ In Afrika konzentriert sich AGCO nach eigenen Angaben darauf, sein Produktangebot zu erweitern, dessen Vertrieb zu verbessern und die Landwirte vor Ort zu schulen. Außerdem investiert AGCO nach Unternehmensangaben in die Infrastruktur für seinen Kundendienst in Afrika durch die Einrichtung eines Hauptteilelagers in Johannesburg, um so ein hohes Niveau der Verfügbarkeit von Ersatzteilen und der Einsatzbereitschaft der Landmaschinen zu gewährleisten. AGCO beabsichtige, etwa 100 Millionen USD für die Umsetzung seiner Strategie in Afrika zu investieren.
Außerdem will AGCO den internationalen Dialog innerhalb des Landwirtschaftssektors durch die Veranstaltung des ersten AGCO-Gipfels für Afrika mit dem Titel „Eine Vision für die Landwirtschaft in Afrika“ fördern, der am Montag in Berlin stattfindet. Zu den Teilnehmern und Rednern gehören nach Unternehmensangaben Präsidenten afrikanischer Länder, Politiker, Wirtschaftswissenschaftler und Vorstandsvorsitzende internationaler Unternehmen. Ziel dieser Veranstaltung sei es, eine größere Beteiligung am internationalen Dialog zu erreichen und so Firmen weltweit dafür zu interessieren, in die Zukunft Afrikas zu investieren.