In den vergangenen Jahren wurden insbesondere infolge der Förderung durch das EEG in allen Bundesländern die Anzahl der Biogasanlagen und Stromerzeugung aus Biogas stark ausgebaut. Eine detaillierte Betrachtung des Anlagenzubaus seit 2009 zeigt, dass vor allem Schleswig-Holstein, Niedersachsen und Mecklenburg-Vorpommern gegenüber dem Anlagenbestand 2008 deutliche Zuwächse verzeichnen können. So konnte in Niedersachsen und Schleswig-Holstein die Zahl der Biogasanlagen gegenüber 2008 nahezu verdoppelt werden. Ein vergleichsweise geringer Ausbau der Biogaskapazitäten wurde dagegen in Brandenburg, Hessen und Baden-Württemberg festgestellt. Nach wie vor werden in den Biogasanlagen überwiegend Nachwachsende Rohstoffe und tierische Exkremente eingesetzt. Die Ergebnisse der aktuellen Betreiberbefragung des DBFZ zeigen, dass im vergangenen Jahr rund 82 % der Energiebereitstellung in Biogasanlagen auf den Einsatz Nachwachsender Rohstoffe zurückzuführen ist. Für die Auswertung konnten 652 Rückmeldungen von Anlagenbetreibern zum Substrateinsatz berücksichtigt werden. Beim Einsatz Nachwachsender Rohstoffe dominiert der Einsatz von Maissilage mit einem Anteil von rund 79 % (bezogen auf die eingesetzte Masse). Der Einsatz von tierischen Exkrementen in Biogasanlagen – massebezogen etwa 43 % des Substrateinsatzes – macht etwa 11 % der Energiebereitstellung aus Biogas aus.
Neben der Vor-Ort-Verstromung des erzeugten Biogases hat in den vergangenen Jahren die Aufbereitung von Biogas auf Erdgasqualität zur Einspeisung in das Erdgasnetz zunehmend an Bedeutung gewonnen. Zusätzlich zu den o.g. 7.200 Biogasanlagen mit Vor-Ort-Verstromung sind Ende 2011 83 Biogasaufbereitungs- und -einspeiseanlagen in Deutschland in Betrieb. Im vergangenen Jahr sind damit 35 Biogasaufbereitungsanlagen neu in Betrieb gegangen. Die jährliche Biomethaneinspeisekapazität dieser Anlagen liegt bei rund 460 Millionen Nm³ (entspricht einer installierten elektrischen Leistungsäquivalenz von rd. 220 MWel), was etwa 0,6 % des deutschen Erdgasverbraus des Jahres 2011 entspricht. Dabei ist zu berücksichtigen, dass nicht die gesamte eingespeiste Biomethanmenge in KWK-Anlagen genutzt wird.