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Massey Ferguson führt mit MF 4708 und MF 4709 erste Traktoren der Global Series in Europa ein

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Artikel eingestellt am:
23.3.2015, 7:26

Quelle:
ltm-KE/Bilder: AGCO Deutschland GmbH/Massey Ferguson
www.masseyferguson.com

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Nachdem Massey Ferguson bereits im Juli letzten Jahres die neuen Traktoren der Global Series MF 4700 angekündigt hatte, kommen jetzt mit dem MF 4708 und MF 4709 die ersten Modelle mit europäischer Spezifikation in den Handel. In der endgültigen Ausbaustufe wird die Traktoren-Serie MF 4700 laut Massey Ferguson Traktoren von 60 bis 130 PS umfassen, die weltweit in jeweils länderspezifischen Ausführungen angeboten werden sollen. Siehe hierzu auch Artikel „Massey Ferguson kündigt mit MF 4708 ersten Traktor der MF Global Series MF 4700 an“.

Angetrieben werden die Modelle MF 4708 und MF 4709 von 3-Zylinder-AGCO-POWER-Motoren mit 3,3 l Hubraum. Die Motoren verfügen über einen Turbolader und Ladeluftkühlung sowie Common-Rail-Einspritzung und finden auch in den Baureihen MF 3600 und MF 5600 Verwendung. Zur Einhaltung der Abgasnorm EU Stufe 3b/Tier 4i verfügen die Motoren über eine externe Abgasrückführung und einen wartungsfreien Diesel-Oxidations-Katalysator. Die Nennleistung nach ISO TR14396 wird mit 62,5/85 kW/PS für den MF 4708 und 69,9/95 kW/PS für den MF 4709 angegeben. Den Zugang zum Motor für Wartung und Service soll eine einteilige nach hinten öffnende Motorhaube erleichtern, unter der sich rechts der Ölmessstab, das nach Herstellerangaben leicht zu reinigende Kühlerpaket sowie die vorne angebrachte Batterie befinden. Den Inhalt des Dieseltanks beziffert Massey Ferguson übrigens mit 105 l.

Speziell für die neuen Traktoren der Global Series MF 4700 hat Massey Ferguson ein neues Synchron-Getriebe mit synchronisierter, mechanischer oder wahlweise hydraulischer Wendeschaltung entwickelt. Das Getriebe verfügt über sechs Gänge in zwei Gruppen und so über insgesamt 12 Vorwärts- und 12 Rückwärtsgänge. Das Getriebe ist laut Massey Ferguson so ausgelegt, dass beispielsweise beim Transport in der hohen Gruppe angefahren werden kann, so dass bei zunehmender Geschwindigkeit kein Gruppenwechsel erforderlich ist. Speziell entwickelte Zahnräder sollen durch ihr hohes Kontaktverhältnis für eine hohe Belastbarkeit und Langlebigkeit sorgen. Die Hinterachse für die MF 4700 Traktoren wurde von der Baureihe MF 5600 übernommen und ist mit hydraulisch betätigten im Ölbad laufenden Mehrscheibenbremsen ausgestattet, die für eine maximale Bremswirkung auf die Wellen an den Achseninnenseiten montiert sind. Das laut Massey Ferguson robuste Gussgehäuse enthält zudem neue, innenliegende Untersetzungseinheiten, welche die Stabilität und Steifheit der Achse erhöhen. Die Endübersetzung erfolgt über Planetenräder, die ein höheres Drehmoment zulassen sollen.
Wahlweise liefert Massey Ferguson die neuen Traktoren MF 4708 und 4709 als Hinterradmaschinen oder mit Allradantrieb, wobei die zentral angetriebene Vorderachse bei den Allradmodellen elektrohydraulisch zugeschaltet wird. Ebenfalls elektrohydraulisch zugeschaltet wird die serienmäßige 540er-Heckzapfwelle; optional gibt es die Drehzahlkombination 540/540E. Zur Zapfwellenschaltung ist anzumerken, dass diese über einen dreistufigen Wippschalter erfolgt, der neben den Funktionen An und Aus in der mittleren Stellung eine Neutral-Position bietet, in der der Zapfwellenstummel frei drehbar ist.

Die Traktoren MF 4708 und 4709 verfügen über ein neues Open-Center Hydrauliksystem. Für die Hauptverbraucher wie Heckhubwerk und Zusatz-Steuerventile verfügt dieses über eine Hochdruck-Zahnradpumpe, während eine zweite Pumpe mit niedrigerem Druck die Service-Hydrauliksysteme wie Lenkung, Allradantrieb und Differentialsperre sowie die Frontzapfwellensteuerung versorgt.

Die Hubkraft der Heck-Dreipunkt-Hydraulik gibt Massey Ferguson für beide Modelle mit 3.000 kg an. Eine interessante Lösung hat sich Massey Ferguson für die Hubwerksregelung ausgedacht. Diese erfolgt grundsätzlich elektronisch über eine EHR mit Zugkraft-Sensor-Bolzen im Oberlenker, die Bedienung jedoch lehnt sich an die einer mechanischen Hubwerksregelung an, die insbesondere Fahrern älterer Massey Ferguson Traktoren – und auch einiger Eicher Schlepper – bekannt vorkommen dürfte: Bedient wird das System über zwei rechts vom Fahrersitz montierte Hebel, die entlang eines Kreissegmentes verschoben werden. Beim äußeren Hebel zum Heben und Senken des Krafthebers sowie zur Einstellung der Arbeitstiefe ändert sich die Absenkgeschwindigkeit proportional zu Hebelbewegung und -geschwindigkeit, das heißt, je schneller der Hebel gesenkt wird, desto schneller senkt sich auch das Anbaugerät. Der näher am Sitz montierte Hebel – bekannt als Intermix-Hebel – dient der Zugkrafteinstellung sowie der stufenlosen Steuerung des Regelverhaltens zwischen voller Positionsregelung und voller Zugkraft (Mischregelung).

Die MF 4708 und MF 4709 Traktoren sind als Plattformmodelle erhältlich, die serienmäßig über einen Sicherheitsrahmen mit Überrollschutz (ROPS) verfügen, optional ist ein Sonnendach bestellbar. Das Design der Motorhaube orientiert sich am Aussehen der leistungsstärkeren Baureihen. Die manuelle Bedienung dieser Traktoren gibt dem Fahrer keine Rätsel auf. Die Bedienung des mechanische Wendegetriebes erfolgt über einen Hebel auf der linken Seite des Armaturenbretts. Im Armaturenbrett selbst zeigen Analoginstrumente Motordrehzahl, Tankinhalt und Motortemperatur an, während Fahrgeschwindigkeit, Zapfwellendrehzahl und Betriebsstunden auf einem Digitaldisplay dargestellt werden. Signalleuchten informieren unter anderem über Schaltzustand von Allradantrieb, Zapfwelle und Differentialsperre.

Autor: Klaus Esterer

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