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Valtra stellt komplett neue T-Serie vor

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Artikel eingestellt am:
16.11.2014, 7:28

Quelle:
ltm-KE, ltm-ME

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Valtra präsentiert mit der neuen T-Serie die vierte Generation dieser Baureihe mit völlig neuem Design. Die neue Valtra „T4-Serie“ besteht aus den sechs Modellen T144, T154, T174e, T194, T214 sowie T234, die einen Maximalleistungsbereich von 155 bis 235 PS abdecken. Alle Modelle der neuen Valtra T-Serie sind mit Lastschaltgetriebe in den Ausstattungsvarianten Versu, HiTech – die allerdings erst im Juni 2015 vorgestellt werden soll – und der neuen Ausführung Active verfügbar. Bei Active kombiniert Valtra die Getriebeausstattung des Versu mit einer einfacheren Hydraulik, mit stufenlosem Direct-Getriebe sind nur die Modelle T144 bis T214 erhältlich. Die Modellvielfalt innerhalb der T-Serie ist also deutlich gestiegen und mit dem T234 auch die verfügbare Motorleistung.

Angetrieben werden die neuen Valtra T4-Traktoren von AGCO Power 6-Zylinder-Motoren mit 6,6 l Hubraum in den Modellen T144 und T154 beziehungsweise 7,4 l Hubraum bei den Modellen T174e, T194, T214 und T234. Die Motoren erfüllen die Abgasnorm der EU Stufe 4/Tier 4 final mittels AdBlue/SCR-Technik und Diesel-Oxidationskatalysator; weder zusätzliche Abgasrückführung noch Dieselpartikelfilter sind hierfür notwendig. Die Turbolader der Motoren sind mit einem elektronisch geregelten ByPass-Ventil ausgestattet, so dass die Motoren schnell reagieren und ein hohes Drehmoment auch bei niedrigen Drehzahlen bieten sollen. Die nun größere Kapazität der Kraftstofftankes beziffert Valtra mit 380 l, die des AdBlue-Tankes mit 70 l (T3-Serie: 275 l und 24 l). Die Maximalleistung gibt Valtra (ohne Angabe einer Norm) mit 155/114 PS/kW für den T144, mit 165/121 PS/kW für den T154, mit 195/144 PS/kW für den T194, mit 215/158 PS/kW für den T214 und mit 235/173 PS/kW für den T234 an, das maximale Drehmoment mit 640 Nm für den T144, mit 680 Nm für den T154, mit 800 Nm für den T194, mit 870 Nm für den T214 und mit 930 Nm für den T234. Bei der Maximalleistung mit Boost nennt Valtra (ohne Angabe einer Norm) 170/125 PS/kW für den T144, 180/132 PS/kW für den T154, 210/155 PS/kW für den T194, 230/169 PS/kW für den T214, und 250/184 PS/kW für den T234; beim maximalen Drehmoment mit Boost 680 Nm für den T144, 740 Nm für den T154, 870 Nm für den T194, 910 Nm für den T214 und 1000 Nm für den T234.
Eine Sonderstellung nimmt der T174e ein, dessen Motor mit zwei verschiedenen Leistungskurven gefahren werden kann, Standard oder Eco. Im Standardmodus arbeitet der T174e – wie alle übrigen Modelle – mit einer Nenndrehzahl von 2.100 U/min, die im Eco-Modus (der durch Drücken der Eco-Taste aktiviert wird) auf 1.800 U/min reduziert wird. Durch die Reduktion der Drehzahl erhöht sich das maximale Drehmoment ohne Boost von 740 Nm auf 850 Nm, mit Boost von 780 Nm auf 900 Nm. Auf die Maximalleistung hat die Eco-Taste keinen Einfluss – sie beträgt laut Valtra beim T174 ohne Boost 175/129 PS/kW, mit Boost 190/140 PS/kW. Die maximale Boostleistung SigmaPower steht übrigens bei allen Modellen bei Zapfwellenarbeiten und beim Transport in den Gruppen C und D zur Verfügung. Eine Angabe zu den Nennleistungen der neuen Traktoren der T-Serie macht Valtra nicht.

Normalerweise fangen wir bei der Beschreibung des Getriebes nicht hinten an, aber im Falle der neuen T-Serie weichen wir ausnahmsweise davon ab, denn die für uns sensationellste Neuerung ist die Tatsache, dass die Heckzapfwelle nun endlich zumindest mit drei Drehzahlen erhältlich ist. So gibt es neben der serienmäßigen Drehzahlkombination 540/1000 jetzt auch wahlweise die Kombination 540/540E/1000 oder 540E/1000/1000E. Bleibt zu hoffen, dass Valtra sich dazu entschließen kann, diese Auswahl zukünftig auch bei anderen Serien anzubieten. Ebenfalls als Wunschausstattung ist eine Wegzapfwelle und eine 1000er-Frontzapfwelle lieferbar. Wie bereits erwähnt, kommen die HiTech-Modelle erst im nächsten Jahr, aktuell vorgestellt wurden die Versionen Direct, Versu und Active, deren Produktion bereits angelaufen ist. Im Bereich Getriebe gibt es bei den stufenlosen Direct – abgesehen natürlich von der Zapfwellenausstattung – keine Änderungen gegenüber den Vorgängern. Die Versu- und Active-Versionen verfügen über das bereits bekannte 5-fach Lastschaltgetriebe mit vier Gruppen, lastschaltbarer Wendeschaltung und so 20 Vorwärts- und Rückwärtsgängen. Zusätzlich gibt es zwei Kriechgruppen und demnach 10 Kriechgänge. Wahlweise gibt es die neue Valtra T-Serie mit 40 km/h oder 50 km/h Höchstgeschwindigkeit. Neu beim Getriebe der Versu- und Active-Modelle ist die Arbeitsweise der Lastschaltautomatik die ein Fahren ähnlich dem eines Stufenlos-Getriebes ermöglicht. Mit dem Gaspedal wird nicht mehr die Motor-Drehzahl gesteuert, sondern die Fahrgeschwindigkeit, indem die Schaltautomatik je nach Gaspedalstellung eine der fünf Lastschaltstufen auswählt. Neben einem Auto-Modus mit Werksvoreinstellung stehen dem Fahrer ein programmierbarer Auto-Modus, ein Zapfwellen-Modus und ein manueller Modus zur Verfügung. Im Zapfwellen-Modus kann eine Motordrehzahl vorgewählt werden, die dann durch Anpassung der Lastschalt-Stufen über das Gaspedal weitgehend konstant gehalten werden kann. Ebenfalls neu ist der Hydraulik-Assistent, der sobald während des Fahrens Hydraulikleistung angefordert wird, in eine niedrigere Lastschalt-Stufe schaltet, so dass die Motordrehzahl bei weitgehend unveränderter Fahrgeschwindigkeit erhöht wird, um die bereitgestellte Hydraulikleistung zu erhöhen. Der Hydraulik-Assistent ist in der nioedrigsten Lastschaltstufe natürlich nicht aktiv. Eine weitere neue Funktion der Lastschaltgetriebe ist die Hill-Hold-Berganfahrhilfe, die Traktor und Anbaugerät am Hang hält und einfach mittels Gaspedal anfahren lässt. Darüber hinaus wird das Kupplungspedal eigentlich nur noch zum Starten des Traktors benötigt, da die Bremse jetzt auch die Kupplung steuert. Die Funktion AutoTraction, die die Kupplung automatisch steuert, ist dauerhaft aktiv.

Obwohl Valtra nach eigenen Angaben den Radstand für mehr Stabilität bei der neuen T-Serie auf 2.995 mm erhöht hat (vormals 2.748 mm), konnte der Wenderadius von 5,60 m bei der T3-Serie auf 5,25 m bei der T4-Serie reduziert werden. Möglich ist das durch den schmalen Motor und den vollintegrierten Frontkraftheber. Stolz ist Valtra auf die Bodenfreiheit von 60 cm. Das Leergewicht der neuen T-Serie Traktoren beziffert Valtra mit 7,3 t, das zulässige Gesamtgewicht mit 13,5 t. Wahlweise können die neuen T-Serie Traktoren mit der pneumatischen Vorderachsfederung AIRES+ ausgerüstet werden.

Die neuen Traktoren der T-Serie stattet Valtra Load-Sensing Hydraulik mit 115 l/min, wahlweise 160 l/min Förderleistung aus. Die Zusatzsteuergeräte bieten nach Herstellerangaben eine Durchflussmenge von 80 l/min, der optionale Power-Beyond-Anschluss bis zu 150 l/min. Unterschiede zwischen Direct, Versu und Active gibt es bei Anzahl und Art der Zusatzsteuergeräte. So können Direct und Versu im Heck mit bis zu fünf elektronischen Steuergeräten ausgerüstet werden, der Active hingegen nur mit bis zu vier mechanischen. Für alle Ausführungen gibt es im Heck zusätzlich bis zu zwei Schwarz/Weiß-Steuergeräte und für die Front zwei oder drei elektronische Steuergeräte. In diesem Zusammenhang sei erwähnt, dass der Active bedingt durch die mechanischen Steuergeräte nicht wie Direct und Versu über das Vorgewendemanagement U-Pilot verfügt. Den Heckkraftheber gibt es wahlweise mit 81 oder 95 kN Hubkraft, der optionale Frontkraftheber verfügt nach Herstellerangaben über eine Hubkraft von 51 kN.

Radikal geändert hat Valtra das Design der T-Serie. Wirkte die bisherige T-Serie eher behäbig, was nicht zuletzt durch den enormen Überhang vor der Frontachse verursacht wurde – den es jetzt nicht mehr gibt –, vermittelt das neue Design deutlich mehr Agilität. Das kommt vor allem dann zur Geltung, wenn man sich unter den verfügbaren sieben Standardfarben für Weiß entscheidet, das den stärksten Kontrast zu den schwarzen Designelementen bildet. Völlig neu konstruiert hat Valtra auch die Kabine der T-Serie, die jetzt tiefer montiert ist, was den T4 laut Valtra zum kompaktesten 6-Zylinder-Schlepper am Markt machen soll. Die Holme der 5-Pfosten-Kabine sind gebogen, um mehr Platz für den Fahrer zu schaffen (laut Valtra 20 cm breiter im Bereich Fahrersitz) und gleichzeitig die Außenmaße überschaubar zu halten. Die Entscheidung für eine 5-Pfosten-Kabine begründet Valtra damit, dass so die Türe verhältnismäßig schmal gehalten werden kann, um beim Öffnen weniger Platz zu benötigen. Pferdefuß der 5-Pfosten-Kabine ist, dass die Tür auf der rechten Seite ersatzlos gestrichen wurde. Valtra betont besonders die guten Sichtverhältnisse der neuen Kabine, durch 6,2 m² Glasflächen in Verbindung mit dem optionalen 270° Scheibenwischer (Serie: 180°). Stichwort Sichtverhältnisse: Ebenfalls gegen Aufpreis gibt es ein großes Frontladerfenster im Dach und elektrisch beheizte Front- und Heckscheiben. Laut Valtra besteht die neue Kabine aus wesentlich weniger Teilen, ist hochwertiger Verarbeitet und bietet einen Geräuschpegel von nur 70 dB. Wir haben zwar nicht nachgemessen, aber konnten uns auf einer ausgiebigen Probefahrt davon überzeugen, dass die Kabine einen angenehmen und leisen Arbeitsplatz bietet. Auch wenn die Kabine neu konstruiert wurde, finden sich Valtra-Fahrer schnell zurecht, da die grundsätzliche Bedienung und Anordnung der Bedienelemente beibehalten wurde. Das gilt auch für die Bedienarmlehne Valtra Arm, die ebenfalls überarbeitet wurde und bei den Modellen Versu und Direct mit dem bekannten kleinen Farbdisplay ausgerüstet ist, das bei den Active Modellen ebenso fehlt wie die Schaltwippen zur Bedienung der elektronischen Zusatzsteuergeräte. Bei den Active-Modellen werden die mechanischen Steuergeräte über Hebel in der rechten Seitenkonsole bedient.
Wie bei Valtra üblich, kann auch die neue T-Serie dem Kundenwunsch entsprechend ausgestattet werden, wobei leider nicht auf den ersten Blick klar wird, welche Ausstattungsmerkmale bereits serienmäßig sind und welche aufpreispflichtig (Zitat Valtra: „Einige dieser Ausstattungen sind Standard, andere können optional gewählt werden.“). Wer sich also für einen Valtra-T4-Traktor interessiert, sollte hier demnach der Preisliste des Händlers ausreichend Aufmerksamkeit schenken. In der Liste der optionalen Ausstattungen stehen unter anderem eine Kühlbox, werksseitig montierte Kameras, LED-Arbeitsscheinwerfer, eine Stereoanlage mit Subwoofer, die seitlich verstellbare TwinTrac-Rückfahreinrichtung, eine werksmontierte Dieselstandheizung, die sich mit dem Handy steuern lässt, eine mechanische Kabinenfederung oder die semiaktive pneumatische Kabinenfederung AutoComfort sowie der klappbare Beifahrersitz. Ebenso gegen Aufpreis erhältlich sind die variable Lenkübersetzung QuickSteer, das Lenksystem AutoGuide und das Telemetriesystem AgCommand.

Valtra gibt an, dass auf Benutzerfreundlichkeit und die tägliche Wartung bei der Entwicklung der neuen T-Serie ein besonderes Augenmerk gelegt wurde. Das Serviceintervall wurde deshalb auf 600 Stunden erhöht und die tägliche Ölkontrolle durch zwei Schaugläser, eines für das Hydrauliköl und eines für das Getriebe, vereinfacht.

Autor: Klaus Esterer

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