In einer ersten Runde haben sich Geräte beziehungsweise Gerätekombinationen von Kverneland, Müller-Elektronik, John Deere, Land-Data Eurosoft und Fliegl dem Test gestellt. Die Testkandidaten und -ergebnisse im einzelnen:
Kverneland: Feldspritze, Drille, Einzelkornsämaschine und Düngerstreuer
Gerade für Hersteller von Anbaugeräten hat die problemlose ISOBUS-Anbindung einen hohen Stellenwert. Getestet wurde die Anbindung an das John Deere-Terminal „GS3 263O“ und das „COMFORT-Terminal“ von Müller-Elektronik folgender Gerätefamilien (Beispielgerät in Klammern): Rau-Feldspritze (z.B. Feldspritze Phönix), Accord-Drillmaschine (z.B. Drillmaschine i-drill), Accord-Einzelkornsämaschine (z.B. pneumatische EKS Optima) und Vicon-Düngerstreuer (z.B. Exacta TL). Mithilfe einer vom Hersteller bereitgestellten umfangreichen Gerätesimulation können über den ISOBUS hinaus weitere Gerätefunktionen, wie z.B. eine funktionierende automatische Teilbreitenschaltung, getestet werden.
Ergebnisse: Kverneland achtet über alle Gerätegruppen hinweg auf ein einheitliches Bedienkonzept und eine einheitliche Bedienoberfläche. Alle Geräte unterstützten als „Task- Controller-Client“ eine automatische Teilbreitenschaltung und Dokumentation der Arbeitsschritte und -mengen.
Müller-Elektronik: Jobrechner Spritze und Drillmanager
Hinter dieser Bezeichnung verbergen sich die zentralen ISOBUS-Steuerungskomponenten, die von einer großen Anzahl von Herstellern eingesetzt werden (Dammann, lnuma, Agrio, Lemken, Tecnoma, Horsch/Leeb, CHD Eefting, Dubex, Caffini, Bargam, Beyne, Knight). Auch hier wird sowohl gegen das John Deere-Terminal „GS3 2630" als auch das hauseigene „COMFORT-Terminal“ getestet.
Ergebnisse: Die Oberflächen werden im Design an den jeweiligen Anbaugerätehersteller angepasst, folgen aber grundsätzlich immer dem logischen und einfach erlernbaren Bedienkonzept. Der integrierte Task-Controller-Client ermöglicht eine automatische Teilbreitenschaltung und Dokumentation der Arbeitsschritte und -mengen. Für die Nutzung der Task-Controller-Funktionen (automatische Teilbreitenschaltung) an Terminals, die nicht von Müller-Elektronik kommen, wird jedoch noch eine Zusatzlizenz benötigt.
John Deere: GS3 2630
Neben den bei vielen neueren John Deere-Schleppern integrierten kleinen ISOBUS-Terminals bietet John Deere sein neues 1O,4-Zoll-Terminal optional als ISOBUS-Hauptbedienterminal an. Für die Nutzung der erweiterten ISOBUS-Funktionen muss der Schlepper außerdem mit dem GPS-System „StarFire“ ausgestattet sein.
Ergebnisse: Gute Darstellung der positionsbezogenen Daten, z.B. Applikationskarten, und der tatsächlich ausgebrachten Menge. Flüssige 2D- und 3D-Darstellung. Komfortable Touchscreen-Bedienung. Task-Controller-Funktionalität auch ohne Farmsoftware möglich.
Müller-Elektronik: C0MF0RT-Terminal
Für die Nachrüstung auf nahezu alle Schlepper bietet Müller-Elektronik sein 10,4-Zoll-Terminal-Flaggschiff „COMFORT-Terminal“ an. Neben der Müller-Eigenmarke erscheint das Terminal auch mit anderer Frontfolie, aber ansonsten identischer Hard- und Software unter der Marke von Anbau-Geräteherstellern.
Ergebnisse: lntegrierter Task-Controller. Standard-konforme ISO-XML Taskcontroller-Schnittstelle zur Farmsoftware. 2D-Darstellung der positionsbezogenen Daten (aktuelle Position und Teilbreitenschaltung). Das Terminal bietet die Möglichkeit, wichtige Informationen des Anbaugeräts oder des Task-Controllers im oberen Bereich des Displays darzustellen, um eine Art Doppel-Display-Funktionalität zu ermöglichen.
Land-Data Eurosoft: Farm-0ffice
Als erster Anbieter von Farmsoftware stellt sich auch Land-Data Eurosoft dem Praxistest. Die Software „Farm-Office“ gibt es in zwei „Geschmacksrichtungen“: als JD-Office für die proprietäre (firmenspezifische) Anbindung an das John Deere-Terminal und mit universeller ISO-XML-Schnittstelle.
Ergebnisse: Die Software nutzt alle Möglichkeiten, die das offene Datenformat ISO-XML aktuell bietet. Erweiterter Funktionsumfang über iTEC Pro (Anbindung an John Deere). Trotz der steigenden Komplexität durch die direkte Anbindung der Terminals und die indirekte Anbindung der Anbaugeräte ergeben sich viele Vorteile. Aufträge können zentral geplant und im Nachgang auch wieder ausgewertet werden.
Fliegl: Wiegesystem FWS
Hier wird für den ISOBUS ein neuer Einsatzbereich im Bereich der Transportlogistik geschaffen. Mit dem Wiegesystem FWS lässt sich die Ladung eines Agraranhängers wiegen. Derzeit existiert diese Anbindung für das Terminal von John Deere, eine Übernahme der Funktion in andere ISOBUS-Terminals ist jedoch geplant.
Ergebnisse: Der integrierte ISOBUS-Task-Controller-Client ermöglicht eine automatische Übermittlung des Gewichts an das Schlepperdisplay und die Farmsoftware. Somit ist eine Dokumentation der Verwiegungen möglich. Das eingesetzte Wiegesystem erreicht eine hohe Genauigkeit der Verwiegung.
Fazit: Auch wenn sich die Anzahl der Kombinationen in dieser ersten Runde des DLG-Praxistests noch auf eine überschaubare Anzahl von Geräten beschränkt, stellt dieser Test die Basis für eine wachsende Test-Matrix dar. Die zur Agritechnica 2011 als kostenloser Download (https://www.dlg.org/isobus.html) verfügbaren Testberichte enthalten in kurzer, prägnanter Form alle für den Anwender wichtigen Informationen von häufig eingesetzten ISOBUS-Kombinationen.
Interessenten erhalten weitere Informationen zum Praxistest ISOBUS bei der DLG. Ansprechpartner ist Jürgen Goldmann, DLG-Testzentrum Technik & Betriebsmittel, Telefon 069/24788-674 oder eMail j.goldmann[at]DLG[punkt]org.
Weitere Details zum ISOBUS Praxistest gibt es zudem auf landtechnikmagazin.de im Bericht „Neu: DLG-Test „ISOBUS-Praxis““.