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Innovation Award Agritechnica 2022: Eine Goldmedaille und 16 Silbermedaillen für Neuheiten

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Artikel eingestellt am:
10.12.2021, 7:28

Quelle:
ltm-KE und ltm-ME; Bilder: Werksphotos
www.agritechnica.com

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Lediglich 164 Neuheiten wurden zum Innovation Award Agritechnica 2022 eingereicht – satte 127 respektive 43,6 % weniger als zum Agritechnica-Neuheiten-Wettbewerb 2019. Das spiegelt den Umstand wider, dass die für 27. Februar bis 5. März 2022 geplante Agritechnica gewissermaßen mit angezogener Handbremse fährt: Aktuell sind zur Agritechnica 2022 laut DLG lediglich rund 1.800 Aussteller angemeldet – etwa 1.020 oder 36 % weniger als zur Agritechnica 2019. Das nimmt eigentlich nicht Wunder, schließlich kann niemand mit Gewissheit sagen, ob die Messe vor dem Hintergrund der anhaltenden COVID19-Pandemie überhaupt wie vorgesehen durchgeführt werden kann, auch wenn sich die DLG als Veranstalterin mit einem schlüssigen Hygienekonzept und einer täglichen Begrenzung der verfügbaren Eintrittskarten redlich bemüht, die Agritechnica 2022 als Präsenzveranstaltung zu ermöglichen.
Weniger Aussteller und angemeldete Neuheiten bedeutet natürlich auch weniger Auszeichnungen. Angesichts der Medaillen-Inflation der Vorjahre wurden wohltuend wenige – konkret 17 Neuheiten – im Rahmen des Innovation Award Agritechnica 2022 ausgezeichnet. Davon gibt es für eine Neuheit eine Goldmedaille, 16 weitere Innovationen wurden von der DLG-Neuheitenkommission mit einer Silbermedaille ausgezeichnet. Die Gewinner der Innovation-Award-Agritechnica-2022-Medaillen stellen wir in diesem Artikel vor, alle Berichte zu weiteren Agritechnica-Neuheiten sind in unserer „Sonderrubrik Agritechnica Neuheiten 2022“ zu finden.

Goldmedaillen-Gewinner Innovation Award Agritechnica 2022:

NeXaT-Systemtraktor, NeXaT GmbH, Halle 13 Stand A25
Die NeXaT GmbH lässt mit dem NeXaT-Systemtraktor die bereits in den 1950er-Jahren entstandene – aber niemals perfekt umgesetzte – Idee eines Geräteträgers, mit dem wirklich alle Arbeiten in der Pflanzenproduktion von der Bodenbearbeitung über die Aussaat und den Pflanzenschutz bis zur Ernte durchgeführt werden können, wieder aufleben und erweitert diese um autonomes Arbeiten und alternative Antriebstechnik. Analog zu Geräteträgern werden Anbaugeräte direkt am Rahmen – allerdings nicht längs sondern quer zwischen den Achsen – montiert. Selbstverständlich spielt der NeXaT in einer anderen Liga als frühere Konzepte: 12 m Arbeitsbreite sind möglich, für die Straßenfahrt werden die vier elektrisch angetriebenen Bandlaufwerke um 90° gedreht. Aktuell erfolgt die Stromversorgung der Elektromotoren über zwei unabhängige und mit Generatoren versehene Dieselmotoren mit jeweils 400/545 kW/PS Leistung, wobei der Einsatz von alternativen Antriebstechniken wie Brennstoffzellen vorgesehen ist. Zwar verfügt der NeXaT über eine um 270° drehbare Kabine, jedoch ist der neuartige Geräteträger für den autonomen, vollautomatischen Maschineneinsatz konzipiert und dementsprechend auch mit einem Umfeld-Überwachungssystem ausgestattet. Passend zum NeXaT-Systemtraktor gibt es das NexCo-Mähdreschermodul, das mit einem neuartigen Dual-Axial-Flow-Drusch- und Abscheidesystem mit einem 5,8 m langen, quer zur Fahrtrichtung angeordneten Axialrotor arbeitet. Das Erntegut wird bei diesem Konzept mittig tangential in den Rotor eingeleitet und auf zwei Gutströme aufgeteilt. Korndurchsätze von 130 bis 200 t/h sollen so möglich sein. Die Schnittbreite der Erntevorsätze wird mit 14 m angegeben und ein Korntank mit 32 m³ Fassungsvermögen soll bei üblichen Schlaglängen ein Überladen auf Transportfahrzeuge stets am Feldrand ermöglichen, wobei durch eine Entladeleistung von 600 l/s das Abtanken weniger als eine Minute Zeit beanspruchen soll. Die DLG-Neuheitenkommission zeichnet den NeXaT-Systemtraktor mit einer Goldmedaille aus, weil das Konzept einen Paradigmenwechsel in der Landwirtschaft einleite und bezüglich Ressourcenökonomie und -ökologie positiv zu bewerten sei.

Silbermedaillen-Gewinner Innovation Award Agritechnica 2022:

Krone ExactUnload – Intelligente Entladeautomatik für ein Abladen nach Weg beim GX-Rollbandwagen, Maschinenfabrik Bernard Krone GmbH & Co. KG, Halle 27 Stand E15
Krone stellt mit ExactUnload eine Entladeautomatik für den neuen GX-Rollbandwagen vor, die durch eine automatische Anpassung der Abladegeschwindigkeit an die Fahrgeschwindigkeit ein Abladen des Transportgutes auf einer festgelegten Wegstrecke ermöglicht. Neben mehr Komfort und Entlastung der Bedienperson hilft Krone ExactUnload auch Fahrfehler zu vermeiden und verringert so die Unfallgefahr auf Silomieten. Mehr Infos zu den neuen Krone GX-Rollbandwagen gibt es im Artikel „Krone führt neue Universal-Transportwagen GX 440 und GX 520 ein“.

Agro ContiSeal, Continental AG, Halle 20 Stand A52
Continental begegnet mit Agro ContiSeal dem Problem durch eigefahrene Fremdkörper verursachter Reifenpannen und den damit verbundenen Ausfallzeiten der Maschinen sowie den damit einher gehenden Kosten durch Verzögerungen etwa bei der Bestellung oder der Ernte. Bei der Agro-ContiSeal-Technik befindet sich auf der Innenseite landwirtschaftlicher Reifen ein viskoses Polymer. Dieses dichtet bei einer Durchdringung der Lauffläche durch Fremdkörper, wie Nägel oder andere spitze Gegenstände, das Luftleck ab, so dass die Arbeit oder die Fahrt fortgesetzt werden und der beschädigte Reifen zu einem späteren Zeitpunkt ausgetauscht oder repariert werden kann. Continental Agro ContiSeal kann nicht nur Ausfallzeiten reduzieren sondern auch einen Beitrag zur Erhöhung der Sicherheit etwa bei Straßenfahrten leisten.

Terranimo Terminalanzeige von Bodenverdichtungsrisiken, CLAAS KGaA mbH, Halle F Stand P32
Claas verknüpft Informationen aus dem Assistenzsystem CEMOS, wie beispielsweise Bodenart und -zustand, Achslasten oder Reifendrücke mit dem Simulationstool für Bodenbelastung und -tragfähigkeit Terranimo und berechnet so das Risiko von Bodenverdichtungen unter den aktuellen Einsatzbedingungen. Dabei werden auch dynamische Achslastverschiebungen berücksichtigt, so dass unmittelbar auf drohende Verdichtungen – die durch rote Druckzwiebeln dargestellt werden – reagiert werden kann, indem beispielsweise Ballastierung und Reifendrücke angepasst werden. Eine sofortige Überprüfung der Wirksamkeit von Gegenmaßnahmen ist möglich, so dass im Zweifel der Einsatz auch komplett abgebrochen werden kann. Ziel des neuen Claas Systems ist es, Schadverdichtungen zu reduzieren oder gänzlich zu vermeiden.

Automatische Staubabsauganlage, AGCO GmbH – Fendt, Halle 20 Stand A14
Mit der automatischen Staubabsaugung will AGCO / Fendt die manuelle Reinigung des Luftfilters respektive des Luftfiltereinsatzes bei den Traktoren der Baureihen 900 Vario und 1000 Vario überflüssig machen. Sobald ein bestimmter Verschmutzungsgrad des Luftfilters erreicht ist – ermittelt wird das durch den Unterdruck im Ansaugsystem – wird die Reinigung durchgeführt, indem aus einem durch den Kompressor mit 12 bar gefüllten Vorratsbehälter zwei kurze Druckimpulse auf die Innenseite der Luftfilterpatrone abgegeben werden. So soll sich der außen an der Filteroberfläche abgesetzte Staub lösen. Abgesaugt wird der Staub dann per Unterdruck, der durch den hydrostatisch angetriebenen und während des Reinigungsvorganges mit erhöhter Drehzahl laufenden Kühlluftventilator erzeugt wird. Abgeführt wird der Staub dann mit der Kühlluft durch den Motorraum und über die Kühlluftauslässe. Die Standzeit des Filters soll bei diesem optionalen System laut Fendt zwei Jahre betragen, eine spezielle Filterpatrone wird benötigt.

Müthing CoverSeeder, Müthing GmbH & Co. KG Soest, Halle 11 Stand B33
Müthing verbindet beim neuen CoverSeeder die Aussaat von Zwischenfrüchten und das Ernterestmanagement in einem Gerät beziehungsweise Arbeitsgang. Der Müthing CoverSeeder besteht aus einem vorlaufenden Striegel, einem Schlegelmulcher, einer Säschiene und einer nachlaufenden Prismenwalze. Während der Striegel für Feinerde und eine Verbesserung der Strohverteilung sorgt, zerkleinert der Schlegelmulcher Stroh sowie Stoppeln und legt durch seine starke Sogwirkung den Saathorizont frei. Das Gemisch aus Feinerde und zerkleinerten Ernterückständen wird über die Säschiene hinweg gefördert und hinter dieser wieder abgelegt, wo es von der Prismenwalze rückverfestigt wird. Obwohl mit dem CoverSeeder nur eine minimale Bodenbearbeitung erfolgt, wird eine flächige Bedeckung des Saatgutes erzeugt und damit eine gute Keimung der Zwischenfrüchte erzielt. Die flächige Biomasse-Deckschicht in Kombination mit dem Verzicht auf eine intensive Bodenbearbeitung bewirkt zudem einen Schutz des Bodens vor Verdunstung und Errosion, schont das Bodenleben und reduziert die CO2-Freisetzung.

TerraService, RAUCH Landmaschinenfabrik GmbH, Halle 09 Stand B16, Gemeinschaftsentwicklung mit AgriCircle AG
Rauch und AgriCircle stellen mit TerraService einen digitalen Service vor, der es ermöglicht, die Befahrbarkeit landwirtschaftlicher Flächen abhängig von der Bodenfeuchte und der jeweils eingesetzten Maschinen zu beurteilen. Während die Maschinendaten manuell eingegeben oder auf bereits vorab gespeicherte Daten zurückgegriffen wird, erfolgt die Abschätzung der Bodenfeuchte kleinräumig durch Radarmessungen der Sentinel-1-Satelliten in Kombination mit Wetterdaten. Aus Maschinen- und Bodenfeuchtedaten sowie Informationen zur Bodenstruktur als weiteres Beurteilungskriterium errechnet TerraService auf einem tragbaren Endgerät teilflächenspezifisch im 10-Meter-Raster die Befahrbarkeit der landwirtschaftlichen Fläche. Neben der grundsätzlichen Beurteilung, ob eine Fläche überhaupt befahrbar ist, ermöglicht TerraService durch die teilflächenspezifische Abschätzung der Befahrbarkeit auch die Ausarbeitung einer Strategie, wie die Fläche bearbeitet werden sollte (Bearbeitungsrichtung, Einfahrposition in den Schlag, etc.) um Bodenschäden und auch das Risiko eines Festfahrens zu minimieren.

DirectInject Direkteinspeisung für Pflanzenschutzspritzen, AMAZONEN-WERKE H. Dreyer SE & Co. KG, Halle 09 Stand D27
Amazone stellt mit DirectInject eine neue Direkteinspeisung für Pflanzenschutzspritzen vor. Da DirectInject als Werkslösung angeboten wird, sollen die Nachteile einer Nachrüstlösung umgangen werden. Amazone nennt hier etwa die Einspeisung des konzentrierten Pflanzenschutzmittels über lange Förderstrecken an einem zentralen Punkt im Flüssigkeitskreislauf der Pflanzenschutzspritze, die eine ISOBUS-gesteuerte Applikation in Teilflächen praktisch unmöglich macht. DirectInject bietet hingegen eine vollständige Integration in den Brühekreislauf und ein flexibles Zudosieren sowohl von flüssigen als auch granulierten Pflanzenschutzmitteln. Dadurch ist das System für Spotspraying anhand von Applikationskarten geeignet. ISOBUS ermöglicht auch bei Ausrüstung der Feldspritze mit DirectInject eine komfortable Bedienung und durch die Integration des Systems in den Brühekreislauf kann eine automatische Reinigung über das Comfort-Paket Plus der Feldspritze erfolgen.

Photoheyler, Planungsbüro Heinrich, Halle 9 Stand C05
Beim Photoheyler handelt es sich um ein Hackgerät mit neuartigem Rotorkonzept, das mit Kameras die Reihen erkennt und dessen durch Hydraulikzylinder gelenkte Tasträder den Rädern des Schleppers folgen. Die Neuheiten-Jury lobt die hohe Flächenleistung von über einem Hektar pro Stunde, die durch die vereinfachte Bedienung realisiert werden kann – die feste Kopplung von Traktor und Hackgerät verhindert manuelles Nachsteuern des Verschieberahmens per Joystick. Der schräg stehende Rotor schneidet immer im 90°-Winkel zur Pflanze, Beikräuter werden zwischen den Reihen abgelegt, dort befindliche werden durch nachfolgende Werkzeuge entwurzelt oder verschüttet. Der Photoheyler setzt ein präzises Einzelkornsägerät oder ein Pflanzgerät mit exakter Ablage im Dreiecksverband über die ganze Maschinenbreite vorraus, erlaubt aber gleichzeitig auch Spotspraying, das deutlich weniger Pflanzenschutzmittel benötigt.

DL 66 Pro, Fasterholt Maskinfabrik A/S, Dänemark, Halle 25 B23
Die mobile Beregnungsanlage DL 66 Pro von Fasterholt kombiniert einen Selbstfahrer mit einem aufgebauten Düsenwagen (teleskopier- und hydraulisch klappbares 66-m-Aluminiumgestänge) und ermöglicht so eine möglichst ressourcenschonende Bewässerung. Düsenwagen benötigen weniger Druck (etwa 1 bis 2 bar) als Kanonen-Regner und können bodennäher arbeiten, wodurch sich Arbeitsflächen exakter abgrenzen lassen. Der Fasterholt DL 66 Pro erlaubt größere Rohrlängen als bisherige Verfahren (bis etwa 1.000 m statt max 500/600 m), da er die Rohre aufrollt, statt sie in voller Länge über den Boden zu ziehen – als Nachteil ist das hohe Gewicht zu nennen, wenn die Rohre komplett aufgerollt sind. Das Aluminiumgestänge umfasst zehn Segmente mit je etwa 6 m mit eigener Wasserversorgung, wodurch später eine Teilbreitensteuerung realisiert werden kann. Die Jury lobt die Möglichkeit, acht Hektar mit einer Maschinenaufstellung zu bewässern und die Möglichkeit des Umsetzens durch eine Person dank der hydraulischen Klappung respektive Teleskopierung.

OptiSpread Automation System, CNH Industrial Deutschland GmbH NEW HOLLAND, Halle 3 Stand B48
Mit dem OptiSpread Automation System stellt New Holland ein Häckselgutverteilsystem mit direkter Messtechnik vor, mit dem eine gleichmäßige Querverteilung des Häckselgutes von Mähdreschern ermöglicht wird. Statt die Einstellung der Wurfweite manuell zu steuern oder die Verteilung indirekt zu messen, messen hier 2D-Radarsensoren die Geschwindigkeit und die Wurfweite und steuern die Drehzahl der hydraulisch angetriebenen Wurfgebläse automatisch; nebenbei kann auch automatisch eine Verteilkarte erstellt werden. Die Jury lobt OptiSpread als Baustein im präzisen Pflanzenbau und die Entlastung der Bedienenden des Mähdreschers.

CEMOS AUTO HEADER, CLAAS KGaA mbH, Freigelände P32
Um die unsachgemäße Einstellung von Schneckenschneidwerken an Mähdreschern mit variabler Schneidtischlänge zu verhindern (falsche Haspelposition und/oder falsche Schneidtischlänge) hat Claas eine Einstell-Regeltechnik für Schneckenschneidwerke, CEMOS AUTO HEADER, entwickelt. CEMOS AUTO HEADER umfasst einen Laserscanner, der die Höhe des Bestandes misst und nimmt automatisch Korrekturen vor, um die Soll-Eintauchtiefe der Haspel in den Bestand und die Soll-Horizontalposition an verschiedene Bestände anzupassen. Für die Einstellung der Schneidtischlänge greift CEMOS AUTO HEADER auf die Daten des Schichtdickensensors für den Durchsatzregler im Einzugskanal zurück – ein gleichmäßiger Erntegutfluss verringert die Sensorschwingungen. Die Neuheiten-Jury zeigt sich von der Möglichkeit, den Durchsatz zu maximieren und die Bedienenden zu entlasten, begeistert.

Big Baler Automation, CNH Industrial Deutschland GmbH NEW HOLLAND, Halle 3 Stand B48
Die von New Holland eingereichte Innovation „Big Baler Automation“ zielt darauf ab, das Ballenpressen zu vereinfachen, indem das gewünschte Ballengewicht eingestellt wird und das System vorausschauend und selbsttätig die Maschinenführung sowie die Regelung der Traktorgeschwindigkeit und die Einstellungen der Ballenpresse übernimmt. Der Schwad wird vor dem Traktor mit einem LiDAR-Sensor (Light Detection and Ranging) optisch gemessen und mit einem IMU-Sensor in Kombination mit dem GPS-Sensor Beschleunigung sowie Orientierung des Traktors ermittelt. Der Traktor wird mit der richtigen Geschwindigkeit vollautomatisch über den Schwad geführt. Die kontinuierliche Vorrausberechnung des Ballengewichts findet Verwendung, um den Pressdruck einzustellen und die Kolbenhübe an die jeweiligen Schichtdicken anzupassen. Die Jury lobt den ganzheitlichen Lösungsansatz, der gleichzeitig das Personal entlastet, die Produktivität auch unter erschwerten Bedingungen auf einem hohen Niveau hält und die Folgelogistik erleichtert.

RoboVeg Robotti – Autonomer Roboter für die selektive Brokkoli-Ernte, Agro Intelligence ApS, Dänemark, Halle 13 Stand A11, Gemeinschaftsentwicklung mit RoboVeg Ltd.
AgroIntelli und RoboVeg Ltd. zeigen mit „RoboVeg Robotti“ einen autonomen Roboter für die selektive Brokkoli-Ernte, der etwa 2.400 Brokkoli pro Stunde ernten kann (bei manueller Ernte schafft eine Person zwischen 300 und 360 Brokkoli pro Stunde). Der autonome Werkzeugträger Robotti bietet eine Gesamtleistung von 104 kW, von denen 40 kW an der Zapfwelle abgerufen werden können, und 750 kg Hubkraft. Der Ernteroboter RoboVeg verfügt über hochauflösende 2D-Kameras sowie 3D-Sensoren und erntet mit zwei um sechs Achsen schwenkbaren Roboterarmen – der Prozess Selektion-Ablage dauert etwa drei Sekunden. Die Jury verweist auf die Schwierigkeiten bei der Ernte-Automation und lobt die Effizienzsteigerung und Kostenreduzierung im Gemüsebau.

RSM Ok ID, Rostselmash, Russland, Halle 9 Stand A25
Der vom russischen Mähdrescher-Hersteller Rostselmash vorgestellte Aufmerksamkeits-Assistent RSM Ok ID (Operator Condition Monitoring System) nimmt sich des Problems des Sekundenschlafs auf dem Feld an. RSM Ok ID überwacht per Kamera Pupillen, Blinzeln, Kopfposition sowie Puls und erkennt häufiges Blinzeln, nach unten gerichtete Augen respektive deren Schließen für mehr als drei Sekunden und ein Absinken der Herzfrequenz sowie Gähnen und Augenreiben. Stellt RSM Ok ID Ermüdungserscheinungen fest, warnt das System nicht nur per lautem Tonsignal, sondern stoppt die Maschine per ISOBUS. Die Jury weiß die Sicherheitsunterstützung zu schätzen und hofft, dass mit diesem System folgenschwere Unfälle vermieden werden können.

Compaction Prevention System (CPS), Agtech 2030, Schweden, Halle 13 Stand C72
CPS von Agtech 2030 ermittelt das aktuelle Bodenverdichtungs-Risiko eines Feldes und generiert eine Karte, mit deren Hilfe sich riskante Teilflächen umfahren respektive Arbeiten bodenschonend planen lassen. Der „Field Status“ umfasst wichtige Variablen des Bodenzustandes wie beispielsweise die Bodenbearbeitungsvariante, die Ackerkultur sowie den Vegetationsstatus. Die Jury unterstreicht die zeitnahe, ortsspezifische Berechnung und die Möglichkeit, Entscheidungen, wo und wann auf den Feldern und in welcher Fahrzeugkonfiguration gearbeitet werden soll, zu erleichtern. Durch das System könnten zusätzliche Bodenbearbeitungsmaßnahmen zur Beseitigung von Schadverdichtungen unterbleiben und dadurch Kosten verringert werden.

SIS REMOTE, Reichhardt GmbH Steuerungstechnik, Halle 13 Stand C05, Gemeinschaftsentwicklung mit HBC-radiomatic 26/A14, Vogt GmbH & MDB s.r.l.
Das integrierte Steuerungssystem zur Fernbedienung autonomer Landmaschinen SIS REMOTE ist eine Gemeinschaftsentwicklung der Reichhardt GmbH mit HBC-radiomatic (Halle 26 Stand A14), der Vogt GmbH und MDB s.r.l (Halle 26 Stand E13), die eine Funksteuerung sowie eine ISOBUS-Automatisierung umfasst. In eine sichere (redundante) Funksteuerung eines Raupengeräteträgers für die Landschaftspflege wurde ein drahtloses Smart-Farming-Bedienterminal integriert, wodurch sowohl ein automatisches Lenksystem (GNSS-Navigation mit RTK-Korrektursignal) als auch die vollständige ISOBUS-Funktionalität für automatisierte Abläufe und Section Control genutzt werden können. Die Jury unterstreicht, dass damit der Einsatz teilautonomer Maschinen auch in sicherheitsrelevanten Bereichen bei gleichzeitiger Nutzung von ISOBUS-Automatisierung und automatischer Spurführung möglich wird und zeigt sich von der erhöhten Sicherheit beeindruckt.

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