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Fendt legt nach: Neue Traktoren-Serie 1000 Vario erreicht 500-PS-Marke

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Artikel eingestellt am:
13.7.2014, 7:23

Quelle:
ltm-KE, Fotos: AGCO GmbH, Fendt-Marketing
www.fendt.com

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Auf der Agritechnica 2013 hatte Deutz-Fahr mit der neuen Serie 11 mit bis zu 440 PS Maximalleistung die Messlatte bei Standard-Traktoren eindeutig höher gelegt. Jetzt folgt AGCO/Fendt mit der neuen Großtraktoren-Serie 1000 Vario, alias „X1000“, und legt bei der Maximalleistung mit 368/500 kW/PS beim Topmodell 1050 Vario nochmals nach. Insgesamt soll die neue Fendt Baureihe 1000 Vario aus den vier Modellen 1038 Vario, 1042 Vario, 1046 Vario und 1050 Vario bestehen.

Bei seinen neuen Großtraktoren verbaut AGCO/Fendt einen 6-Zylinder-Motor mit 12,4 Liter Hubraum. Statt von Deutz, wie etwa beim Fendt 900 Vario, kommt der Motor für den Fendt 1000 Vario von MAN und stammt, wie AGCO/Fendt anmerkt, eigentlich aus dem Nutzfahrzeugbereich. Der Motor erfüllt die Abgasnorm EU Stufe 4/Tier 4 final mittels AdBlue-/SCR-Technik und Abgasrückführung und erreicht laut AGCO eine Maximalleistung (nach ECE R24) von 279/380 kW/PS im Fendt 1038 Vario, von 309/420 kW/PS im Fendt 1042 Vario, von 338/460 kW/PS im Fendt 1046 Vario sowie von 368/500 kW/PS im Fendt 1050 Vario.

Die neue Fendt Traktoren-Serie überschneidet sich also am unteren Ende mit der Baureihe 900 Vario. Der in Blockbauweise ausgeführte 1000 Vario ist allerdings mit einem Leergewicht von 14 t nach Herstellerangaben gut 3 t schwerer als der 900 Vario. Damit ist der neue Fendt 1000 Vario sicher kein Leichtgewicht, aber auch nicht übermäßig schwer für seine Motorleistung. Um die auf den Boden zu bringen, kann etwas Ballast also sicher nicht schaden. Apropos Motorleistung auf den Boden bringen: An der Hinterachse ist der 1000 Vario mit laut AGCO/Fendt neu entwickelten Reifen mit 2,35 m Durchmesser bestückt. Reifen der Dimension 900/65R 46 sind natürlich nicht wirklich neu, vielmehr haben wir die auch schon bei der Deutz-Fahr Serie 11 gesehen (siehe Bildergalerie zum Artikel „Deutz-Fahr lässt die Hüllen fallen – Vorstellung der Traktoren Serie 9 und Serie 11“).

Beim Getriebe für den neuen Fendt 1000 Vario Großtraktor setzt AGCO natürlich auf die hauseigene Vario-Technik und hat das bekannte Vario-Getriebe zum neuen Getriebe-Hinterachs-Modul TA 400 für bis zu 500 PS Leistung weiterentwickelt. Um länderspezifische Anforderungen zu erfüllen will AGCO den Fendt 1000 Vario mit 40, 50 und 60 km/h Maximalgeschwindigkeit anbieten. Mit an Bord sind beim Fendt 1000 Vario im Bereich Getriebe/Fahrwerk Ausstattungsmerkmale wie das Traktor-Management System TMS mit Grenzlastautomatik 2.0, VarioGrip, Fendt Stability Control, Einzelradfederung an der Vorderachse, Zweikreisbremse, Reaction-Lenksystem sowie Assistenzsysteme für Verzögerung und Bremslicht. Getriebe und Hydraulik haben beim 1000 Vario getrennte Ölhaushalte, so dass eine Ölvermischung ausgeschlossen und so auch der Einsatz von Bioöl in der Arbeitshydraulik möglich ist. Außer dass die Hydraulik mit zwei unabhängigen Axialkolbenpumpen und somit zwei unabhängigen Kreisen arbeitet, gibt AGCO/Fendt derzeit keine weiteren Details zur Hydraulikausstattung der Serie 1000 Vario bekannt.

Bei der Kabine der Fendt 1000 Vario Traktoren setzt AGCO auf die bekannte x5-Kabine, die nach Herstellerangaben in einigen Punkten überarbeitet wurde und jetzt x5-S-Kabine heißt. So schwenkt laut AGCO/Fendt das Armaturenbrett jetzt auch parallel mit dem Lenkrad und es sollen weitere Ablagen, Unterlagen- und Getränkehalter und im Seitenfach ein aktive Kühlfunktion installiert worden sein. Überarbeitet hat AGCO/Fendt nach eigenen Angaben für die x5-S-Kabine auch die Klimaanlage, die jetzt über eine neue, vergrößerte Luftführung, Verdampfer sowie 16 Luftaustrittsdüsen verfügen soll. Ein zusätzlicher 250° Scheibenwischer inklusive Waschdüse an der rechten Seitenscheibe soll laut AGCO/Fendt die Sicht aus der x5-S-Kabine ebenso verbessern, wie die um 80 mm abgesenkten Front- und Seitenscheiben und die in das Dieselross-Emblem auf der Haube integrierte Kamera. Der neue Beifahrersitz ist nach Herstellerangaben als Klapptisch mit Klemmeinrichtung für Unterlagen nutzbar und für den Fahrer soll es optional einen Ledersitz mit Heizung und aktiver Klimatisierung geben. Neu bei der x5-S-Kabine ist laut AGCO/Fendt auch die um 85 mm verbreiterte Fahrertür, ein über zwei unterschiedliche Positionen der unteren Trittstufen der Bereifung anpassbarer Aufstieg sowie Arbeitsscheinwerfer am Kabinendach mit Überkreuzausleuchtung, die Schattenfelder gezielt verhindern sollen.

Größenwahn, reines Prestige-Projekt oder sinnvolle und notwendige Ergänzung des Fendt-Traktorenprogramms? Eines ist klar: Der neue Fendt 1000 Vario wird polarisieren und für kontroverse Diskussionen sorgen. Nicht vergessen werden darf dabei, dass Fendt schon lange kein Familienunternehmen mehr ist, das bei Produktentwicklungen in erster Linie die Bedürfnisse des Heimatmarktes im Auge hat. Vielmehr ist Fendt eine Marke des weltweit agierenden AGCO-Konzerns, der andere Prioritäten setzt. AGCO hat den neuen Fendt 1000 Vario deshalb nach eigenen Angaben als leistungsstarken Zugschlepper für den Weltmarkt ausgelegt. So hat AGCO den Fendt 1000 Vario mit einer minimalen Spurweite von 60 Zoll (entspricht etwa 150 cm) auch für klassische Row-Crop-Märkte (Reihenkultur-Märkte), wie Nordamerika oder Australien konzipiert und will den Heckkraftheber wahlweise auch in der amerikanischen Ausführung mit Quick-Hitch Rahmen oder Schwenkzugpendel anbieten und den Fendt 1000 Vario auch als reinen Zugschlepper ohne Heckkraftheber verkaufen.

Dem Handel soll der neue Fendt 1000 Vario erst Ende 2015 zur Verfügung stehen, die erste offizielle Präsentation soll auf dem Fendt Feldtag Wadenbrunn 2014 stattfinden. Der Presse wurde der neue Fendt 1000 Vario, der sich derzeit noch im Prototypen-Stadium respektive in der Erprobungs-/Test-Phase befindet, kürzlich auf Schloss Neuschwanstein vorgestellt. Nur Pessimisten würden orakeln, dass das für den Fendt 1000 Vario ein schlechtes Omen sein könnte; schließlich wurde Schloss Neuschwanstein nie zu Ende gebaut...

Autor: Klaus Esterer

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