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Prototyp: John Deere präsentiert auf SIMA 2017 ersten vollelektrisch angetriebenen SESAM Traktor

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Artikel eingestellt am:
21.2.2017, 7:23

Quelle:
ltm-KE, Bild: John Deere GmbH & Co. KG
www.johndeere.de

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Auf der SIMA 2017 in Paris zeigt John Deere seinen nächsten Geniestreich in Sachen elektrischer Antriebe in Landmaschinen: Der Prototyp SESAM Traktor (Sustainable Energy Supply for Agricultural Machines) ist vollständig elektrisch angetrieben und wird von Li-Ion-Batterien mit Energie versorgt. Im Rahmen der SIMA Innovation Awards 2017 wurde der John Deere SESAM Traktor mit einer „Lobenden Erwähnung“ bedacht.

John Deere kann wohl zurecht als einer der Vorreiter alternativer Antriebe in Traktoren gelten. Bereits seit einigen Jahren experiementiert das Unternehmen mit pflanzenöltauglichen Motoren (siehe auch Artikel „ZLF 2008: John Deere präsentiert Konzeptstudie eines Pflanzenölschleppers mit Ein-Tank-System“ und „Sima Innovation Awards: John Deere gewinnt Gold und Silber“) und bietet aktuell als einziger Hersteller mit dem Hybrid-Traktor 6210RE (siehe Artikel „John Deere stellt neuen Hybrid-Traktor 6210RE vor“) einen Serien-Schlepper an, der elektrische Energie für Anbaugeräte bereitstellen kann. Weiterentwickelt wurde die Idee des Hybrid-Traktors mit dem Battery Boost Traktor (siehe Artikel „John Deere zeigt Traktor mit elektrischer Unterstützung“), der mit einer Speicher-Batterie im Fronthubwerk ausgestattet ist, die Traktor und Anbaugerät zusätzliche elektrische Leistung bereitstellen kann.

Mit dem Prototypen des SESAM Traktors wagt John Deere jetzt den nächsten, wichtigen Schritt hin zu einer Etablierung der Elektromobilität in der Landwirtschaft. Der vollelektrische SESAM Traktor basiert auf einem Serienmodell der John Deere 6R-Serie aus Mannheim und ist statt mit einem Dieselmotor mit zwei Elektromotoren mit jeweils 150 kW Leistung ausgestattet, die das bekannte John Deere DirectDrive-Getriebe antreiben. Im Standardmodus ist einer der beiden Elektromotoren dem Fahrantrieb, der andere hingegen der Zapfwelle und dem Hydrauliksystem zugeordnet. Im Bedarfsfall können beide Motoren jedoch auch zusammengeschaltet werden, so dass dann die volle Leistung von 300 kW (400 PS) zum Fahren oder für Zapfwellen- beziehungsweise Hydraulikarbeiten zur Verfügung steht. Die Geschwindigkeit des SESAM Traktors kann laut John Deere stufenlos von 3 bis 50 km/h angepasst werden. Die maximale Leistung von 400 PS soll in Verbindung mit stufenloser Geschwindigkeitsanpassung und hohem Drehmoment für ein völlig neues Fahrgefühl sorgen. Als weitere Vorteile des Systems nennt John Deere die Emissionsfreiheit sowie den geringen Geräuschpegel des Traktors. Darüber hinaus treten laut John Deere im Stillstand keine Verluste auf.

Zum Mitführen der für die Energieversorgung des SESAM Traktors erforderlichen Batterien nutzt John Deere den durch Wegfall des Dieselmotors freigewordenen Platz unter der Motorhaube. Laut John Deere reicht eine Batterieladung derzeit für etwa vier Betriebsstunden bei herkömmlichen Einsätzen respektive 55 km bei Straßenfahrten. Dann muss nachgeladen werden, wobei die Ladezeit nach Unternehmensangaben ungefähr drei Stunden beträgt. Die Lebensdauer der Akkus gibt John Deere mit etwa 3.100 Ladezyklen an. Wie bei vielen Elektro-Pkw, ist also auch beim elektrisch angetriebenen Traktor die begrenzte Reichweite der Batterie in Verbindung mit einer vergleichsweise langen Ladedauer gewissermaßen die Achillesferse und der Punkt, an dem die weitere Entwicklungsarbeit – falls John Deere den SESAM Traktor Prototyp zum Serienprodukt ausbauen will – unzweifelhaft ansetzen muss.

Laut John Deere ist der SESAM Traktor übrigens Teil der Unternehmens-Strategie für die Energie-Eigenversorgung landwirtschaftlicher Betriebe. Neben der Verbindung aller Funktionen und Merkmale eines herkömmlichen Traktors mit den Vorteilen des elektrischen Antriebes, liegt der Fokus dieser Entwicklung demnach auch darauf, Landwirten eine Eigen-Energieversorgung mit auf den Betrieben produzierter erneuerbarer Energie zu ermöglichen. Darüber hinaus sollen sich landwirtschaftlichen Betrieben durch die Grid-Plug-In- und Bi-Directional-Ladetechnologie des Systems auch neue Geschäftsfelder, wie die Energieversorgung in ländlichen Regionen, eröffnen.

Abschließend erlaubt sich der Autor noch anzumerken, dass er wieder einmal erstaunt über die Entscheidungsfindung einer Landtechnikmessen-Neuheiten-Kommissionen ist. Klar, der John Deere SESAM Traktor ist nur ein Prototyp und seine Praxistauglichkeit mit maximal vier Stunden Einsatzdauer im Moment noch eher zweifelhaft. Dennoch macht sich John Deere wenigstens Gedanken darüber, wie nachhaltige Landtechnik und damit auch Landwirtschaft aussehen könnte. Mehr noch: Die Mannheimer belassen es nicht bei Absichtserklärungen und schönen Worten, sondern setzen mit dem SESAM Traktor eine Idee in die Realität um. Und das verdient eindeutig mehr als lediglich eine „Lobende Erwähnung“...

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