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Rückkehr zum Trac-Konzept: JCB lanciert neue Generation der Fastrac 8000 Serie

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Artikel eingestellt am:
09.10.2016, 7:20

Quelle:
ltm-KE

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Noch vor der offiziellen Erstpräsentation in Großbritannien feierte die neue Generation der Fastrac 8000 Serie mit den beiden Modellen Fastrac 8290 und Fastrac 8330 ihre Vorpremiere auf dem Bayerischen Zentral-Landwirtschaftsfest (ZLF) 2016 in München. Dass JCB gerade dem bayerischen Publikum diese Neuheit nicht länger vorenthalten wollte, ist plausibel, schließlich ist Bayern laut JCB in Deutschland der Hauptabsatzmarkt für die schnelllaufenden Fastrac Traktoren.

Die JCB Fastrac 8000 Serie kann, trotz ihrer noch gar nicht allzu langen Bauzeit, durchaus einen bewegten Lebenslauf vorweisen. Mit der ersten Generation, dem Fastrac 8250, präsentierte JCB vor etwas mehr als zehn Jahren einen Traktor, dem zum „echten Trac-Schlepper“ streng genommen zwar die gleich große Bereifung an Vorder- und Hinterachse fehlte, der dank mittig aufgebauter Kabine nebst drittem An-/Aufbauraum hinter dieser aber durchaus als solcher bezeichnet werden konnte – als System-Schlepper ohnehin. Bei der zweiten Auflage der 8000er mit den Modellen Fastrac 8280 und 8310 versetzte JCB 2011 die Kabine weiter nach hinten, so dass der dritte An-/Aufbauraum entfiel und der Fastrac 8000 weg vom Trac und mehr in Richtung Standardschlepper mutierte, der er aber irgend wie nicht recht sein wollte.

Bei den jetzt auf dem ZLF 2016 vorgestellten neuen Modellen Fastrac 8290 und Fastrac 8330 macht JCB eine erfreuliche Rolle rückwärts, greift das ursprüngliche Konzept wieder auf und montiert die Kabine abermals in der Schleppermitte, wodurch es auch wieder einen An-/Aufbauraum über der Hinterachse gibt, so dass der neue Fastrac 8000 beispielsweise eine Feldspritze, einen zusätzlichen Saatgut- oder Düngerbehälter sowie Schwanenhals-Anhänger huckepack mitnehmen kann. Dass es leider bei der unterschiedlich großen Bereifung vorne und hinten geblieben ist, begründet JCB mit dem Umstand, dass sich in dieser Leistungsklasse nur so Anforderungen wie hohe Traktion im Feld, 70 km/h Endgeschwindigkeit mit Autobahnzulassung und akzeptable Wendigkeit – den Fastrac 8000 gibt es nicht mit Allradlenkung – mit einem vertretbaren technischen Aufwand und letztlich zu einem bezahlbaren Preis unter einen Hut bringen lassen.

Angetrieben werden die neuen Traktoren der Fastrac 8000 Serie wie bisher von einem AGCO Power 6-Zylinder-Motor mit 8,4 l Hubraum, der jetzt allerdings mittels AdBlue-/SCR-Technik (600 l Dieseltank, 60 l AdBlue-Tank nach Herstellerangaben) die Abgasnorm EU Stufe IV/Tier 4 final einhält. Der überarbeitete Motor soll laut JCB jedoch nicht nur die aktuellen Abgasnormen erfüllen, sondern sich insgesamt durch eine optimierte Leistungscharakteristik auszeichnen. So sorgen nach Herstellerangaben zwei hintereinander angeordnete Turbolader für ein spritziges Fahrverhalten und einen verbesserten Drehmomentverlauf. Zudem können mit der neuen Motorentechnologie auch höhere Leistungen erzielt werden, so dass mit dem Fastrac 8330 ein neues Fastrac-Topmodell möglich wurde. Die Nennleistung des Motors beziffert JCB (nach 97/68/EC) mit 209/280 kW/PS im Fastrac 8290 und 250/335 kW/PS im Fastrac 8330. Als Maximalleistung (nach 97/68/EC) werden vom Hersteller 228/306 kW/PS für den Fastrac 8290 und 260/348 kW/PS für den Fastrac 8330 genannt. Das maximale Drehmoment gibt JCB mit 1.310 Nm beim Fastrac 8290 beziehungsweise 1.440 Nm beim Fastrac 8330 an. Insgesamt liegt der neue Fastrac 8290 demnach bei der Leistung des Motors recht exakt auf dem Niveau des bisherigen Spitzenmodells Fastrac 8310, während der neue Fastrac 8330 gegenüber diesem leistungsmäßig deutlich zulegt. Nicht nur bei der Feldarbeit, sondern insbesondere bei schnellen Transportfahrten mit schweren Anhängern dürfte sich das gerade an Steigungen auszahlen.

Die Getriebe-Ausstattung bei den neuen Fastrac 8000 Traktoren ist gegenüber den Vorgängern unverändert. Hier setzt JCB nach wie vor auf das Stufenlosgetriebe von AGCO mit zwei Fahrbereichen (0 bis 40 und 0 bis 70 km/h) nebst den diversen, von JCB selbst entwickelten, Fahrmodi, die automatisches Arbeiten oder manuelle Steuerung ermöglichen und als JCB-Besonderheit auch einen Modus beinhalten, der Bedienung und Schaltverhalten eines Lastschaltgetriebes emuliert. Eine feine Zusatzoption ist die Funktion JCB ACTIVE TRACTION, die in Verbindung mit einem Radar-Geschwindigkeitssensor und Daten von der Hydraulikpositionssteuerung sowie der Fahrgeschwindigkeitsregelung das Motordrehmoment und die Traktion für eine optimale Wirtschaftlichkeit automatisch regelt. Mit 70 km/h Höchstgeschwindigkeit sind auch die neuen JCB Fastrac 8290 und Fastrac 8330 voll autobahntauglich. Für Sicherheit sorgen auch bei der neuen Generation des Fastrac 8000 Doppelsattel-Scheibenbremsen an allen vier Rädern mit serienmäßigem ABS inklusive ABS-Stromversorgungssteckdose für Anhänger.
Ebenfalls beibehalten hat JCB bei den neuen 8000er Fastracs natürlich die Vollfederung mit Schraubenfederbeinen und aktiver Hinterachsfederung. Neu ist hingegen die voll-hydrostatische Lenkung, die mit zwei unabhängigen Kreisen arbeitet, um die für die Schnellstraßen-/Autobahnzulassung notwendige Redundanz respektive Ausfallsicherheit zu gewährleisten. Sie ersetzt die bisherige kraftunterstützte mechanische Lenkung, bei der die Ausfallsicherheit über eine direkte mechanische Verbindung zwischen Lenkrad und Vorderachse gegeben war, und ist laut JCB gerade bei langsamer Fahrt – insbesondere natürlich wenn Breitreifen montiert sind – deutlich leichtgängiger. Darüber hinaus ermöglicht die hydrostatische Lenkung die neue Ausstattungsoption RapidSteer. RapidSteer ist eine zuschaltbare Funktion die am Vorgewende oder bei Rangiermanövern die Lenkübersetzung ändert, so dass die Anzahl der notwendigen Lenkradumdrehungen reduziert wird. Die RapidSteer-Funktion liefert JCB inklusive Vorbereitung für GPS-gestützte Lenksysteme.
Aus den bereits genannten Gründen ist der Fastrac 8000 an der Vorderachse (von Dana) und an der Hinterachse (von Oerlikon) unterschiedlich groß bereift. Neu ist hier, dass es alternativ zu Reifen von Michelin und Trelleborg auch solche vom Hersteller BKT gibt, die für eine Geschwindigkeit von 70 km/h ausgelegt sind. So ist jetzt ab Werk als Alternative zum Trelleborg TM800 High-Speed auch der neu entwickelte BKT Agrimax Sirio in der Größen-Kombination 540/65 R38 vorn und 710/70 R38 hinten erhältlich. Wenn mehr Traktion, eine große Aufstandsfläche und eine besondere Tragfähigkeit gefordert sind, bietet JCB als maximal mögliche Bereifung für die neuen Fastrac Modelle Fastrac 8290 und Fastrac 8330 eine Michelin-Kombination aus 650/65 R34 AxioBib vorne und 900/50 R42 MachXbib hinten an.

Die Hydraulikausstattung der neuen Fastrac 8000 Tractoren entspricht mit kleineren Abweichungen in den Grundzügen der ihrer Vorgänger. So verfügt die Load-Sensing-Hydraulik serienmäßig über eine Pumpe mit nach Herstellerangaben 137 l/min Förderleistung, wahlweise kann eine 178-l/min-Pumpe bestellt werden. Insgesamt sind bis zu sieben elektronische Zusatzsteuergeräte sowie als Option ein Load-Sensing-Hydraulikanschluss verfügbar. Der Heckkraftheber bietet nach Herstellerangaben wie gehabt 10.000 kg Hubkraft, verfügt laut JCB jetzt aber über eine neue Kinematik. Modifiziert wurde auch der auf Wunsch erhältliche Frontkraftheber mit nach Herstellerangaben 3.500 kg Hubkraft, der jetzt mit der ebenfalls optionalen 1000er-Frontzapfwelle eine kompaktere Einheit bildet und besser in die Traktorfront integriert ist.

Optisch gibt es zwischen der neuen Generation und den bisherigen Fastrac 8000 Traktoren keinerlei Gemeinsamkeiten. Die Motorhaube hat JCB komplett neu gestaltet und an das Design der Fastrac 4000 Serie angeglichen. Sie fällt vorne deutlich steiler ab und ist im hinteren Bereich ebenso deutlich schmaler, so dass sich die Sichtverhältnisse entsprechend verbessern. Oberhalb des Kühlergrills gibt es jetzt zusätzliche Arbeitsscheinwerfer – optional gibt es übrigens ein LED-Zusatzpaket mit insgesamt 18 Scheinwerfern – und auch die Fahrscheinwerfer sind jetzt im Kühlergrill integriert, so dass der bisherige, sogenannte „Crashbügel“ in der Traktorfront entfällt. Das ermöglicht auch die bereits erwähnte bessere Integration von Frontkraftheber und Frontzapfwelle. Die jetzt als CommandPlus bezeichnete Kabine hat JCB für den Fastrac 8000 zu 100 Prozent vom Fastrac 4000 übernommen. Detailierte Informationen zur Ausstattung der CommandPlus-Kabine – die ja auch für den neuen Fastrac 8000 gelten – finden Interessierte im landtechnikmagazin.de-Artikel „Der beste Trac aller Zeiten: Neuer JCB Fastrac 4000 geht in Serie“. Bei der Kabine macht der Fastrac 8000 insgesamt einen großen Sprung nach vorne und Fahrer (und Beifahrer) eines neuen Fastrac 8000 können sich über einen geräumigen, freundlichen sowie komfortablen Arbeitsplatz freuen, der trotz der Größe des Schleppers und der jetzt wieder mittigen Kabinen-Position dank großer Fensterflächen eine gute Rundumsicht bietet. Wo viel Licht ist, ist bekanntlich auch Schatten. Und der findet sich beim neuen Fastrac 8000 eindeutig beim Kabinenaufstieg. Dass der, bedingt durch das grundsätzliche Traktorkonzept, die Größe des Schleppers und nicht zuletzt die dem Komfort zugute kommende Breite der Kabine, steil ausfällt, ist hinnehmbar und nicht anders zu realisieren. Dass es im unteren Bereich jedoch keinerlei Haltegriffe gibt, allerdings wohl schon. Der Handlauf am Kabinen-A-Holm beginnt erst in Kopfhöhe eines durchschnittlich großen Fahrers und ist bei (noch) geschlossener Türe die einzige Festhaltemöglichkeit. Wie kleinere Fahrer respektive Fahrerinnen bequem und vor allem sicher an den Türgriff und letztlich in die Kabine gelangen sollen, haben wir bei unserem kurzen Blick auf den neuen JCB Fastrac 8000 leider nicht herausgefunden. Aber vielleicht findet JCB bis zur Markteinführung des neuen Fastrac 8290 und Fastrac 8330 im kommenden Jahr ja noch eine Lösung für dieses nicht zum ansonsten sehr positiven Gesamteindruck der neuen Fastrac 8000 Serie passen wollende Detail und montiert neben der Treppe zusätzliche Festhaltemöglichkeiten. Das würde auch das Betanken der neuen Fastrac 8000 Traktoren enorm erleichtern...

Autor: Klaus Esterer

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